Der Hardwald hat eine lange Geschichte. In keltischer Zeit um 500 v.Chr. wurde er als Bestattungsort gewählt. Grabhügel im Hardhäuslischlag sind Zeugen aus jener Zeit. Die Grundmauern des Wachturms in der Hard sind Teile des römischen Limes um 370 n.Chr. Die Strasse durch den Hardwald nach Augusta Raurica hatte damals schon eine wichtige Bedeutung.

Der Hardwald in seiner ursprünglichen Ausdehnung um 1880
Ballonaufnahme, Museen Muttenz

Von der Eichenwald-Wytweide zum Buchenwald

Im 16. Jahrhundert diente der Wald als Weidewald Basels. Die Eicheln wurden als Mastfutter und die Blätter als Spreu für den Stall verwendet. 1835 wurden in der Hard die alten Weiderechte der Gemeinden Muttenz und Pratteln aufgehoben. Der Wald, seit 1515 Eigentum der Stadt Basel, gelangte 1876 an die Bürgergemeinde Basel.

Hardtwaldungen im Eigentum der Bürgergemeinde der Stadt-Basel,mit Flächenangaben 1878, von F. Bär, Förster
© Universitätsbibliothek Basel, Signatur: Kartenslg Schw Cl 105, http://dx.doi.org/10.3931/e-rara-2377

Schon ab 1800 begann die Umstellung von der Waldweide auf Waldbewirtschaftung. Um den Holzvorrat zu steigern, wandelte man ab 1871 den Waldbestand in einen Hochwald um. Dies hatte eine zunehmende Verdunkelung des Waldes zur Folge. Dadurch verschwanden zahlreiche lichtliebende Pflanzenarten. Die Zusammensetzung von Flora und Fauna änderte sich grundlegend.
Zwischen 1872 und 1935 wurde neu die Rotbuche stark gefördert. Über 1,5 Mio. Sprösslinge wurden gepflanzt, wobei bis 1947 nur noch 24’881 Stämme blieben. Die meisten Jungpflanzen gingen auf den rasch austrocknenden Böden der Rheinschotter ein.

Verkehrsträger zerschneiden den Wald

Die 1854 eröffnete Eisenbahn querte den Hardwald auf der Länge Bahnhof Muttenz-Lachmatt. Der grosse Rodung des Hardwaldes erfolgte durch den Bau des Rangierbahnhofs Muttenz I (Eröffnung 1933).

Von 1937 bis 1942 wurden die Rheinhäfen Birsfelden und Au gebaut. Die Rheinaue erfuhr damit und mit dem Bau des Kraftwerks Birsfelden eine grundlegende Veränderung. So verschwand z.B. der Silberweiden-Wald in der Au. Gleichzeitig wurde zur Erschliessung des Hafens die Hafenbahn gebaut.

Der Bau der Autobahn A2 (1969), der Rangierbahnhof Muttenz II (1976), des Adlertunnels (2000), sowie der eben erstellten Hafenbahn Süd gingen immer auf Kosten des Hardwaldes.

Zu weiteren Themen wie

Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz

 

 

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