Fröschnecht oder Fröscheneck

Jetzt wandern sie wieder, die Frösche beim Fröscheneck. Sobald es auch in den Nächten wärmer als 5° C ist, machen sie sich auf zu den Laichgewässern. Die Grasfrösche sind die ersten und wandern meist zügig über die Strassen. Die Erdkröten kommen später.

Der Flurname Fröscheneck ist wohl den meisten Muttenzerinnen und Muttenzer bekannt. Er zeigt, dass es offensichtlich schon sehr lange hier in diesem feuchten Gebiet Frösche gab.

 
Warntafeln und Verkehrsumleitungen sollen die «Huckepacks» schützen. Fotos Hanspeter Meier, Muttenz

 

Schon im Jahre 1444 wird in einer Urkunde die Flur erwähnt mit «ein halb juchart ackers ist mit ein matt und lit ze Froeschnegg in dem byfang». Der Name änderte sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder: 1480 froscchneckh, 1540 Fröscheneck 1601 frischweckh.

Der Flurname Fröschnecht wird im Ortsnamenbuch für 1988 datiert

Die Flur Fröschnecht umfasst den bewaldeten Hang und das östlich anschliessende ebene, heute überbautes Gelände sowie die Matten beim Hallenbad. Hier soll ein Weiherhaus gestanden haben.

Das Weiherhaus im Fröscheneck

Blick auf die Matten der Flur Fröscheneck. Hier etwa könnte ein Weiherhaus gestanden haben.
Foto Hanspeter Meier, Muttenz

Das südlich des Fröscheneckweges im Abschnitt Neubrunnweg-Grendelweg gelegene Weiherhaus Fröscheneck wurde 1406 vom Domsänger Hartmann Münch von Münchenstein angelegt und nach dessen Einsetzung als Bischof von Basel als Lustschlösschen bewohnt. Das Gebäude ist schon lange verschwunden. Sein ungefährer Standort geht aus einer Karte G. F. Meyers von 1678 hervor. Es wurden bislang allerdings keine Fundamente gefunden. Das Gebiet ist heute archäologische Schutzzone.

Quellen und die Beton Christen AG

Gespiesen wurde das Weiherschloss von zwei Quellen oberhalb des Standortes im Wald. Diese Quellen sind heute als Brunnen gefasst. Die untere Quelle liegt am Waldrand beim Aufgang zum Vitaparcours. Die obere etwas weiter östlich gegen den alten Scheibenstand zu.

1877 kaufte Jakob Christen das Landgut Schweizerau und gründete 1883 die Firma Beton-Christen AG. Am 6. November 1887 gab die Gemeinde Muttenz Christen die Bewilligung, das Wasser der am «Saum der Waldung Fröscheneggrain» entspringenden unteren Quelle zu fassen und zum Gut Schweizerau zu leiten. Dieses Wasser wurde dort u.a. in einem Becken gesammelt und bei Bedarf nach unten in die Betonfabrik geleitet.

Weitere Einzelheiten findet man unter Weiherschloss im Fröscheneck und Flurnamen

Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz

 

 

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