Unten offene Unterhose für Frauen (Spaledoor-Hose) Offene Unterhose für Frauen, gestrickt
 
Gestrickte Unterhose für Knaben 1. Häfte 20. Jh.  

Alle Bilder Museen Muttenz CC BY-SA 4.0

Es wird allgemein angenommen, dass man bis Anfang des 19. Jahrhunderts keine Unterhosen trug, weil man keine schriftliche Nachricht und auch keine Bilder darüber findet. Man hat sich früher wenig mit diesem „anzüglichen“ Thema beschäftigt. Der Arzt Gottfried Wilhelm Becker jedoch klagte 1803 darüber, dass die Frauen keine Unterhosen tragen wollten: „Wie manche wollüstige Regung würde vermieden werden, wenn die nackten Schenkel nicht so über einander geschlagen werden dürften … Wie oft setzt nicht das Kriechen einer Wespe, einer Maus, einer Katze unter die Röcke ein Mädchen in die beschämendste aller Verlegenheiten?“

Nach 1840 wurde die Unterhose schliesslich für eine Dame Pflicht, aber die unteren Schichten gingen weiterhin „unten ohne“. Diese Frauen blieben bei einem langen Hemd, einem Unterrock und Überrock. Erst langsam setzte sich die Sache mit der Unterhose durch, bis sie schliesslich um 1900 bei allen Frauen verbreitet war. Exemplare von Muttenz aus jener Zeit befinden sich heute im Ortsmuseum. Damals war die weibliche Unterhose weit geschnitten wie eine Pluderhose. Sie war aus Leinen oder gestrickt aus Baumwolle und im Schritt offen. Sie wurde bei uns „Spaledoor-Hoose“ genannt.

Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz
Weitere Einzelheiten findet man unter Welche Kleider man um 1900 trug Schneiderin und Weissnäherin

 

 

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