Die vier Glocken der Dorfkirche von 1841, 1435, 1496, 1571 (v.l.n.r.)
Bild Museen Muttenz CC BY-SA 4.0
Glockenweihe vom 12.3.1949
Theodor Strübin, Archäologie und Museum Baselland CC BY-SA 4.0
Die Kinder helfen begeistert die Glocke hochzuziehen, 12.3.1949
Bild Museen Muttenz CC BY-SA 4.0, Foto: Wenger, Haldenbachstrasse, Zürich.
Fast oben! Sechs Glocken läuten seither vom Turm
Theodor strübin, Archäologie und Museum Baselland CC BY-SA 4.0

Während der Weihnachtszeit gehört das Läuten der Kirchenglocken zum Fest, ohne sie kann man sich einen Feiertag gar nicht vorstellen. Früher spielten die Glocken eine wesentliche Rolle im Alltag, besass man doch keine Uhren, um rasch die Zeit zu erfahren. Man musste sich nach den Kirchenglocken richten. Sie zeigten an, wann es Zeit war zu beten, nämlich dreimal am Tag (im Sommer um 6 Uhr, 11 Uhr und 16 Uhr, im Winter um 7 Uhr, 11 Uhr und 15 Uhr). Die Glocken läuten auch heute noch um diese Zeit.

Am Sonntag musste man wissen, wann es Zeit war, um sich bereit zu machen für den Gottesdienst, deshalb läutet noch heute eine Glocke eine Stunde vor dem Gottesdienst, bevor eine Viertelstunde vor Beginn das ganze Geläut einsetzt. Auch vor einer Beerdigung wird heute wie in alten Zeiten noch eine Stunde vor Beginn geläutet. In Muttenz besteht noch die schöne Tradition, bei einer Frau das Geläut einmal zu unterbrechen, bei einem Mann zweimal. Die kleinste Glocke wurde früher zudem geläutet, wenn es Zeit war, sich auf den Weg zu machen, um noch vor Torschluss in die Stadt hinein zu kommen.

Die älteste der sechs Glocken unserer Dorfkirche stammt aus dem Jahr 1435. Sie läutete wohl während der Schlacht von St. Jakob (1444) Sturm. Die beiden jüngsten Glocken wurden 1949 im Turm angebracht. Viele ältere Muttenzerinnen und Muttenzer erinnern sich noch an den Festakt und den spannenden Glockenaufzug. Ursprünglich hatten die Glocken auch die Funktion, mit ihrem lauten Läuten die Geister und Dämonen zu erschrecken, damit sie flohen. Deshalb läutete man auch bei einem Gewitter, um vor Blitz und Donner geschützt zu werden. Auf denselben Ursprung geht auch das Ausläuten des alten und Einläuten des neuen Jahres zurück.

Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz
Weitere Einzelheiten zum Thema Glocken in Muttenz findet man unter Glocken

 
 
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