Beton Christen um 1923. Die Aufnahme entstand vor dem Bau der Überwerfungslinie der SBB. Sichtbar sind noch die ursprünglichen Werkgebäude, sowie die Kiesgrube mit der Abbauwand
Walter Mittelholzer, 1918-1937, e-pics LBS_MH03-1596, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000493540 
 
Gestern: Links im Bild die alte Werkhalle, welche 1959 durch eine neue ersetzt wurde. Oberhalb des Werkgeländes liegt das Wohnhaus von J. Christen.
Foto A. Brügger, Muttenz
Heute: Abrissbereit für eine Überbauung
Foto Hanspeter Meier, 2020

 

Die heutige Beton-Christen AG entstand nicht wegen des Bahnanschlusses, sondern wegen der reichen Sand- und Kiesvorkommen 1878 am Schänzli bei Muttenz.

Der Gründer Alt-Regierungsrat Jacob Christen schrieb damals in seinen Lebenserinnerungen:
« … so gingen wir mit dem Jahr 1878 sofort ans Werk unser Cementwarenfabrikationsgeschäft einzurichten. Wir erbauten eine Werkstätte, bestellten Platten- und Röhrenformen und auch eine Steinpresse. Wir eröffneten eine Sandgrube und erstellten einen Zufahrtsweg sowie einen Sodbrunnen. Verschiedenes Werkgeschirr und eine Quantität Diehlen, Latten, Flecklinge wurden angeschafft. Am 27. Februar haben wir das Gerüst für den Sockel der Werkstatt abgesteckt und am 26. März wurde dieselbe aufgerichtet.».

Birskies wurde vorerst am Schänzli zur Herstellung von Produkten für Kanalisationen u. a. abgebaut. Die SBB expropriierten 1922 für den Bau einer Überwerfungslinie (kreuzungsfreie Bahnlinien) grosse Teile des Betriebsareals. Die ursprünglichen Werkhallen konnten 1923 auf Nachbarland neu erstellt werden.
In der Folge wurde die Kiesgrube Holderstüdeli eröffnet.

1924 wurden an der Hagnaustrasse die Büro- und Wohnhäuser gebaut.

Ab 1942 hat die neu gegründete Tochtergesellschaft «Rheinsand und Kies AG» auch im Holderstüdeli, aber ebenfalls im Hardacker, Sand und Kies abgebaut.
Nach 1945 begann die Elementfertigung in der Produktion zu dominieren. Ende der 1960er-Jahre wurde der Garten- und Landschaftsbau vorherrschend.
Bis Oktober 2018 befand sich die Firma im Familienbesitz, dann wurde sie an die Silidur AG verkauft und zügelte am 1. Dezember 2018 nach Pratteln.

Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz
Weitere Einzelheiten findet man unter Beton Christen

 
 
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