Das Massengrab der im Dienste Basels Gefallenen befindet sich im Kirchhof rechts neben dem Beinhaus.
Foto: Barbara Sorg, Heimatkunde Muttenz, 2009
Peter Toussaint: Kirchhof Muttenz 1833 Bild: Museum. BL. Kunstsammlung: Aquarell, auf Karton aufgezogen 19,7 x 24 cm, Inv. Nr. 1950.41
Die Tafel auf dem Grab trägt folgende Inschrift: Ruhestätte von dreiunddreissig im Bruderkrieg am 3. August 1833 gefallenen Stadtbaslern. Foto: Hanspeter Meier, 2011
Hinter dem Basler Grab findet man über der Treppe die Erinnerungstafeln an Hauptmann Dietrich Wettstein und Major August Wieland.
Foto Hanspeter Meier, 2022

Als bei den Kriegsereignissen vom 3. August 1833 an der Hülftenschanz klar wurde, dass der Feind geschlagen war, begannen die Baselbieter, die fliehenden Soldaten zu verfolgen. Während des Rückzugs der Basler spielten sich auch in der Muttenzer Hard und dem Roten Haus dramatische Szenen ab. Während zahlreiche Basler Soldaten zur Rheinebene hinab flohen, blieb der Grossteil des Militärs auf der Strasse, auch die Artillerie hatte keine andere Möglichkeit als diesen Weg zu nehmen. Er führte dem Waldrand entlang, welcher gesäumt war mit Baselbieter Schützen.

Hauptmann Wettstein und Major Wieland

Aus der Deckung des Waldes schossen die Baselbieter nun Kugel um Kugel in die gegnerische Kolonne. Auf diesem Weg marschierte auch Major August Wieland… Auch auf den Feldern vor Muttenz waren vorausgeeilte Baselbieter Schützen in Stellung gegangen und lauerten auf die fliehenden Basler. Der 38jährige Hauptmann Dietrich Wettstein, der letzte männliche Nachkomme des berühmten Basler Bürgermeisters Rudolf Wettstein, war mit der Eilkutsche aus dem Schwarzwald nach Basel gekommen, um den Baslern zu Hilfe zu kommen. Als er zur Hard kam, strömten ihm die erschöpften Soldaten entgegen. Zornig befahl er einen Gegenangriff, aber niemand beachtete ihn. Dietrich Wettstein war jedoch entschlossen zu handeln. Mit blankem Degen soll er in den Wald gerannt sein und gerufen haben: "Mir nach wer ein Basler ist!" Kurz darauf lag er tot im Unterholz.

Bestattungen in Liestal, Pratteln und Muttenz

Später kamen Fuhrwerke, um die vielen Leichen aufzuladen. Die Toten wurden nach Liestal, Pratteln und Muttenz transportiert. Während auf dem Gottesacker in Pratteln eine gut besuchte Trauerfeier vonstattenging, fand die Beisetzung von 33 Basler Gefallenen in Muttenz unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur der Gemeinderat war zugegen, der Kirchhof blieb verschlossen. Die Toten wurden in einem Massengrab bestattet, für vier Franken pro Leiche. Die nackten Toten waren teilweise schrecklich verstümmelt. Nur dem auf dem Land beliebten August Wieland soll ein Totenhemd angezogen worden sein, welches seine Gattin geschickte hatte, damit er nicht unbekleidet der Erde übergeben werden musste.

Quelle: https://altbasel.ch/downloads/altbasel_huelftenschanze-3.august-1833.pdf

Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz

Weitere Einzelheiten findet man unter Kirchhof und Beinhaus

 

Anhänge:
DateiBeschreibungNummerDateigröße
Diese Datei herunterladen (MAPA_KW18_2022-8.pdf)MaZ, 6. Mai 2022Das Grab der Basler im Muttenzer Kirchhof1383 KB