Plan der bisher bekannten Suchstollen
Plan Archäologie Baselland
Der bisher unbekannte Ost-West verlaufende Stollen, 1,20 m hoch und 25 m lang, 2017
Bild: ASTRA, Abteilung Strasseninfrastruktur Ost, Filiale Zofingenandeskarte 2018
Gemauerter Schacht, 1977
Bild: Archäologie Baselland
Gemauerter Lüftungsschacht, 1977
 Bild: Archäologie Baselland

Bergbaustollen

In Muttenz suchte man vermutlich schon im 18. Jh. erfolglos nach Kohle. So wurden bei der Holzbrücke Neuewelt Suchstollen zum Auffinden von Lagerstätten getrieben. Die mühsam von Hand ausgehobenen und nicht abgestützten Stollen verliefen tief unter der Oberfläche. Offenbar wurden nur kohlige Einschlüsse gefunden.

Die Stollen wurden erstmals im Jahr 1939 dokumentiert. 1977 kamen beim massiven Abtiefen des Geländes im Rahmen des Autobahnbaus südlich der Einfahrt Muttenz-Süd weitere, teilweise auch gemauerte Stollen zum Vorschein. Ausserdem wurde ein gemauerter Lüftungsschacht entdeckt. Im Rahmen «Erhaltungsprojekt Schänzli» wurde ein nicht kartierter Stollen angeschnitten.

Die Stabilität des Stollens ist bemerkenswert. Auch ohne Abstützungen überstand der Bau zwei Grossbaustellen: Den Autobahnbau in den 1970er-Jahren und die Sanierungsarbeiten 2017. Trotz der beeindruckenden Standfestigkeit gingen die Verantwortlichen der aktuellen Baustelle auf Nummer Sicher und liessen den Gang komplett verfüllen.

Geologische Aspekte
Bei der Holzbrücke Neuewelt tauchen die Schichten des Gansinger Dolomits (Mergel) mit einem Winkel von 40° nach Westen in den Rheingraben ab. Sie sind Teil der Rheintalflexur. Im Hintergrund ziehen die Schichten durch die Birs weiter.

after

Von der Holzbrücke Neuewelt nach S birsaufwärts.
Bild: Hanspeter Meier, 2012

Südlich an den Gansinger Dolomit schliesst der Schilfsandstein an. Er besteht aus grauen, braun angewitterten Silt- und Sandsteinen und ist pflanzenführend. Er enthält meist Pflanzenhäcksel in Form kohliger Einschlüsse. Das Alter beträgt 225-219 Mio. Jahre. Ausserdem existieren hier auch mit Kohle gefüllte Linsen (nach Schmassmann 1953).

In der Skizze ist auch der Stollen des Systems von 1977 eingezeichnet.
Schmassmann, H. (1953): Das Keuper-Profil von Neuewelt.
Tätigkeitsberichte der Naturforschenden Gesellschaft Baselland 19, 129-153    

Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit der Archäologie Basellande

Weitere Einzelheiten findet man unter Bergbaustollen Unterwart/Neuewelt

 

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