Puppenstuben wurden früher den Mädchen geschenkt, damit sie das Führen eines Haushaltes anschaulich lernen konnten. Damals waren die kleinen Puppen mit zerbrechlichen Porzellanköpfchen versehen; auch die kleinen Tellerchen und Schüsselchen waren – genau wie bei den Grossen – aus Steingut, oft schön bemalt mit Blumenmotiven. Beim Spielen mussten die Kinder sehr sorgfältig damit umgehen.

In vielen alten Basler Familien stand die Puppenstube unter dem Weihnachtsbaum. Dann durfte damit gespielt werden bis zum 6. Januar, danach „verschwand“ sie wieder. Darum findet man oft irgendwo ein kleines Tannenbäumchen beim Zubehör. In einigen Fällen schreinerte ein Vater für seine Mädchen sogar ein ganzes Haus mit Keller, Küche, Wohnzimmer, Schlafstuben und Dachstock. Diese kostbaren Puppenstuben sind heutzutage meist in den Museen zu finden, zum Beispiel im Kirschgartenmuseum in Basel und im Spielzeugmuseum in Riehen.

Im bäuerlichen Muttenz fielen die Puppenstuben bescheidener aus, wie man es hier im Weihnachtsfenster des Ortsmuseums Muttenz anschaulich vor Augen geführt bekommt. Die Kinderaugen leuchteten aber ebenfalls auf, wenn eine solche Puppenstube unter dem Weihnachtsbaum stand.

Bilder: Dezember 2012