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Vor der Allgemeinen Kriegsmobilmachung am 2. September 1939 wurden am 28. August 1939 Truppen aufgeboten, um das Stadtgebiet Basels zu verteidigen. Unmittelbar danach wurden die Kampfinfrastrukturen der Sperrstelle «Basel-Stadt» gebaut. Auf Muttenzer Boden gehörten zu dieser Sperrstelle die Teilsperren Birsfelden-Hard an der Rheinfelderstrasse Richtung Schweizerhalle, die Teilsperre Muttenz-Rütihard sowie die Sperrstelle Wartenberg. 

Ab September 1939 wurden die Truppen dem Stadtkommando Basel unterstellt. Zu Beginn des deutschen Westfeldzuges am 10. Mai 1940 standen rund 12’000 Mann unter dem Befehl des Stadtkommandos. Im Mai 1940 erfolgte eine Unterstellung des Stadtkommandos unter die ad hoc gebildete Division Gempen. Infolge der Absprachen für eine allfällige französische Unterstützung bei einem deutschen Angriff wurden auf dem Gempenplateau (Plan) grössere Stellungsbauten ausgeführt (Infanteriebunker, Artilleriestellungen), die nach dem Rückzug der Armee ins Reduit wenig benutzt worden sind. Diese Artilleriestellungen deckten das ganze Gemeindegebiet von Muttenz ab! Nach dem Rückzug der Armee ins Reduit wurde Basel zur offenen Stadt erklärt und das Stadtkommando auf Pikett entlassen, was bis Kriegsende so blieb. (Wikipedia)

Einsatz der Grenzbrigade 4

  • Am rechten Flügel des Einsatzgebietes sperrte das Grenz-Regiment 47 auf der Linie Obermumpf-Zeiningerberg-Sonnenberg-Steppberg-Berg die N-S-Achsen Mumpf-Schupfart.
  • Im Zentrum besetzte das Grenz-Schützenregiment 48 die Hülftensperre von Giebenach bis Adler. Das Gz S Bat 257 sperrte die Nordzugänge zum Gempenplateau auf der Linie Eglisgraben-Rütihard (W Muttenz). Vor dieser Abwehrfront bestanden vorgeschobene Stützpunkte in Pratteln, Muttenz, auf dem Wartenberg und in der Hard. Ein durchgebrochener Gegner sollte im rückwärtigen Raum an den Sperren von Olsberg, Arisdorf, Büchlihau und Frenkendorf auflaufen.
  • Im Westten war das Grenz-Regiment 49 tätig und deckte die Westflanke des Gempenplateaus, Angenstein, die Übergänge Blauen und Chall und weiteres.

Schon im Jahre 1938 wurde beschlossen, südlich des Rheins entlang der Steilhänge von Mumpf, Möhlin über die Hülftenschanz, Adler, Egglisgraben bis zur Ruine Reichenstein und von dort aus bis Angenstein ein durchgehendes Infanteriehindernis zu errichten. Dieser nach dem Geniechef der 4. Division benannte «Pestalozzihag» war im Früling 1939 fertig erstellt.

Vor dem Pestalozzihag finden sich im Abschnitt von der Ergolz bis zur untern Birs und insbesondere im Raum Hard-Muttenz-Pratteln zahlreiche Stellungen, welche von der Grenzbrigade nie benutzt wurden. Dieser Umstand erhärtet die These, wonach diese Befestigungen für die Franzosen erstellt wurden.

Bestehende Befestigungsobjekte im Raum Muttenz

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  abgerissen     bestehend

 

Die Sperrstelle «Basel Stadt» bestand auf Muttenzer Boden aus den folgenden Teilsperren:

  • Muttenz-Rütihard
  • Wartenberg
  • Birsfelden-Hard

Muttenz-Rütihard (Nummern  beziehen sich auf Karte)

Befestigungslinien im Raum Muttenz
Karte Siegfried von 1939, Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo
erstellt auf Basis Karte Befestigungslinien im Raum der Stadt Basel, A. Meier nach Übersichtplänen in: Hans Senn Basel und das Gempenplateua im Zweiten Weltkrieg.
Ergänzt durch Luftbildinterpreation 19532630011847  und  19542660011587, swisstopo

  1. Infanteriebunker Rütihard A 2835
  2. Infanteriebunker Rütihard-Fels A 2836
  3. Infaneriebunker A 2834 auf freiem Feld, wurde in den 1980/90er-Jahren abgerissen: Luftbild
  4. Infanteriebunker Rütihard-Nordwest A 2833 ⊙; Infanteriebunker Rütihard West A 2832
  5. Panzersperren
  6. Infanteriebunker Rütihard Mitte A 2831
  7. Panzersperren
  8. Infanteriebunker Rütihard Ost A 2830
  9. Panzersperren
  10. Infanteriebunker Geispel 3 A 2829
    Infanteriebunker Geispel 2 A 2828
    Infanteriebunker Geispel 1 A 2827
  11. Infanteriebunker Rothalde A 2826

Alle nicht speziell gekennzeichneten Fotos: Aufnahme Hanspeter Meier, 2019

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Infanteriebunker Rütihard A 2835
Sperrstelle Rütihard, Muttenz BL, Schweiz,
12. März 2013
Paebi [CC BY-SA 4.0
(https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Infanteriebunker Rütihard-Fels A 2836
Sperrstelle Rütihard, Muttenz BL, Schweiz,
12. März 2013
Paebi [CC BY-SA 4.0
(https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]
   
Erinnerungsstein Berner Gebirgsfüsilierkompanie II/110 - Aktivdienst 1940

 
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Infanteriebunker Rütihard-Nordwest A 2833 Infanteriebunker Rütihard West A 2832

Der Infanteriebunker A 2834 auf freiem Feld wurde in den 1980/90-er Jahren zugunsten der Landwirtschaft abgerissen.
 
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Betonsockel für Panzerhinderenis.
Sie ziehen sich von Bunker zu Bunker - wenige Meter vom Waldrand entfernt.
Sie wurden offensichtlich damals nicht bestückt. Zuerst Baumstämme, später Eisenbalken lagen für den Einbau bereit.

Diese Betonsockel wurden für den Vitaparcours
«zweckentfremdet».
   
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Infanteriebunker Rütihard Mitte A 2831 Betonsockel bei der Abzweigung des Vitaparcours
   
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Infanteriebunker Rütihard Ost A 2830 Hier sind ebenfalls Betonsockel noch sichtbar.
   
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Infanteriebunker Geispel 3 A 2829 Infanteriebunker Geispel 3 A 2829
Betonplatte für Minenwerfer? Infanteriebunker Geispel 2 A 2828
   
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Panzermauer als Fortsetzung jener von Nr. 12/13  
 Infanteriebunker Rothalde A 2826  
   
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Panzersperre «Toblerone» zieht ab hier südwärts zum Gempen hoch 
   
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Die Panzermauer ist heute auf der oberen Seite völlig eingewachsen und dient als Brücke für die biologische Vernetzung. 
   
13  
Im Siedlungsgebiet zwischen Wartenberg und Dürrein/Geispel zog sich eine Panzermauer quer über das Tal.
Der Verlauf der Mauer ist heute noch im Luftbild erkennbar (geoview.bl.ch).

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sperrstelle Wartenberg

Sie befand sich auf dem Wartenberg in unmittelbarer Nähe der drei historischen Burgruinen oberhalb Muttenz Basel-Landschaft und besteht aus folgenden Befestigungsobjekten:

  • zwei Infanteriekanonenschilder (Ik-Schilder) A 2809 mit Unterstand A 2810
  • Infanteriekanonen/Maschinengewehrstand Heissgländ A 2811
  • Beobachter A 2812
  • Kommandoposten in Ruine Vorder Wartenberg A 2813
  • Leicht Maschinengewehrstand (Lmg) A 2814
  • 8,1 cm-Minenwerferstellung/Unterstand A 2815
  • Lmg-Stand Wartenberg West A 2816
  • Ik-Stand A 2817 (abgerissen)
  • Infanteriebunker A 2818

Beobachter A 2812
Sperrstelle Rütihard, Muttenz BL, Schweiz,
12. März 2013
Paebi [CC BY-SA 4.0
(https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Eingang zum Kommandoposten
Foto Hanspeter Meier, Muttenz
Kommandoposten Grenzschutzregiment 48 und
Schützenbataillon 5, A 2813
Sperrstelle Wartenberg, 2013
Paebi [CC BY-SA 4.0
(https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)] 
 

Soldaten beim Abbruch eines Teils der Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, bei dem einzelne Betonmauern gar gesprengt wurden. Die heute noch übrig gebliebenen Teile des Beobachtungspostens stehen unter Schutz.
Bild: Archäologie Basel-Landschaft

 

 
Leicht Maschinengewehrstand A 2814
Sperrstelle Wartenberg, 2013
Paebi [CC BY-SA 4.0
(https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]
8,1 cm-Minenwerferstellung/Unterstand A 2815
Sperrstelle Wartenberg, 2013
Paebi [CC BY-SA 4.0
(https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]
   
Beim grossen Erdrutsch am Wartenberg vom 7. April 1952 wurde dieser Bunker in Mitleidenschaft gezogen 
Fotos: Museen Muttenz und Archäologie und Museum Baselland, Lizenzbedingungen CC BY-SA 4.0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sperrstelle Birsfelden-Hard

 

 Quellen:

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Merkblatt zur Evakuation 1940

 

Anweisungen Fliegeralarm 1940 in Muttenz