Ende der 1920er Jahre gab es nur einen sehr geringen Schwerverkehr im Dorf. Wenige Zulieferer für die hiesige Bäckerei und die Spezerei- und Kolonialwarenläden benötigten eine Zulieferung per Lastwagen. Alles andere wurde mit Pferdefuhrwerken transportiert. So war es für uns Kinder selbstverständlich, dass die Hauptstrasse zum Spielen beansprucht wurde für Ballspiele aller Art (Fussball, Völkerball, Barrenlauf usw.). Es hatte zwar genug Platz vor den Häusern, aber wegen des Lärms und der Möglichkeit, dass beim Ballspiel eine Fensterscheibe zerbrechen könnte – Spuren der genagelten Schuhe schätzte man auch nicht – wurde das Spielen auf diesen Plätzen nicht erlaubt.

Einen grossen Nachteil hatte das Spielen auf der Strasse: Der Strassengraben führte zu den Dolen des zugedeckten Dorfbachs. Und wenn beim Spielen plötzlich gegen unsern Willen der Ball in einer dieser Dolen landete, verschwand er und wir mussten bis zur Einmündung der Röhre in die St. Jakobsstrasse (an der Sevogelstrasse) rennen, wo der Bach als offenes Gewässer der Birs zu strebte. Dort warteten wir die Ankunft des Balls ab und konnten danach wieder zurücklaufen um weiter zu spielen.

Im Winter war die Einmündungen der Pratteler- und St. Jakobsstrasse wichtig: Wenn es Schnee hatte, sorgten die Vollgummireifen der Lastwagen dafür, dass eine einigermassen blanke Fläche entstand, auf der wir Schlittschuh fahren konnten. Besonders mutige Schlittschuhläufer hängten sich an die Lastwagen an und liessen sich bis zur Löligrube mitziehen (die Lastwagen fuhren damals etwa 20 km/Std.) – um sich dann mit einem in der entgegengesetzten Richtung fahrenden Wagen wieder zurückziehen zu lassen.

P.S.