Original
Hauptstrasse 15, o. J., der Bauernhof bestand aus Wohnhaus, Scheune und Stall. Hinter dem Haus existerte auch noch ein sogenannter Speicher.
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0
Das Geschäftshaus mit Volg, ehem. Milchhüsli, steht an der Stelle des ehem. Bauernhofes, 2021
Foto: Hanspeter Meier

 

Haus Nr. 15 auf dem Plan von G.F. Meyer, 1678
Karte Staatsarchiv Baselland
Original
Parzellenplan von Siegfried 1830-40
Museen Muttenz
Parzellenplan von 1939
Museen Muttenz

 

Die erste urkundliche Erwähnung der Liegenschaft findet man bereits aus dem Jahr 1569. Sie existierte wohl schon lange vorher. Am rundbogigen Scheunentor stand die Jahrzahl 1645. Damals wurde wohl die Vorderfront erneuert. Die danebenstehende Jahrzahl 1804 weist auf den damaligen Eigentümer H.S. = Hans Jakob Seiler hin. Er war von 1785 - 1798 Untervogt (Vorgesetzter der Gemeinde Muttenz), nach der französischen Revolution wurde daraus die Bezeichnung Gemeindepräsident. Seiler war bis 1814 auch Grossrat im ehemaligen Kanton Basel. Er starb 1829, noch vor der Teilung des Kantons.

Zuletzt gehörte der Bauernhof der Familie Süsstrunk. Sie übernahm den Hof von der Familie Ifert-Stingelin.

1954 kaufte das Milchhüsli die Liegenschaft und riss für den Erweiterungsbau den Bauernhof ab.

aus den Notizen von Jakob Eglin (Bibliothek A 6.5)

Vor dem Umbau des Milchüsli von 1965. Die Scheune vom Bauernhaus Süsstrunk (rechts) diente als Garage.
Foto aus Broschüre «Zum 75jährigen Bestehen der Milchgenossenschaft Muttenz, 1985»

 
Original
mit Beschriftung
Luftbild vom 12.7.1949
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-012530 / CC BY-SA 4.0 
 
 

Luftbild vom 12.7.1949
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-012533 / CC BY-SA 4.0

Am linken Bildrand Nr. 15, 22.5.1956 
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-019265 / CC BY-SA 4.0 

J. Eglin erwähnt noch Folgendes:

An Bodenzins hatte der Nutzniesser der Liegenschaft an die früheren Feudalherren und deren späteren Rechtnachfolgern seit vielen Jahrhunderten alljährlich zu entrichten:

9 Sester Korn
3 Hühner
60 Eier.

Im Jahre 1804 wurden die Bodenzinse endgültig abgeschafft.

 

Der Bauernhof bestand schon 1900. Der Betrieb gehörte Karl Eglin-Hammel bzw. Franz Eglin-Seidel. Franz Eglin war während vielen Jahren als Michführer tätig.

Die ganze Gebäudereihe wurde für den Postneubau 1968 abgerissen.

Parzellenplan Section L, Blatt 1, 1830-1900, Geometer Siegfried, Kopie vom Mai 1900, B. Moser
Museen Muttenz

 

Fakten aus der Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994

  • Tierbestand 5 Kühe, 2 Rinder, 2 Pferde, 2 Schweine und 15 Hühner.
  • Bewirtschaftung: Milchwirtschaft und Ackerbau
  • Die Grösse des Betriebes betrug 3,5 ha plus Pachtland (?)
  • Mosterei und Brennerei
  • 1912 wurde die Elektrizität und etwa 1953 das Telefon eingerichtet
  • WC wurde 1939 eingerichtet, das Bad 1953.

Vorher-Nachher

Um 1960
2016

Hauptstrasse mit Bauernahaus Eglin (Nordfront), auf der rechten Strassenseite Brunnen Ecke Brühlweg/Hauptstrasse, 01.06.1909
Staatsarchiv Baselland, STABL_VR_3317_B07_004a

  • Bauernhof FrontBauernhof Front
  • Bauernhof FrontBauernhof Front
  • HinteransichtHinteransicht
  • HinteransichtHinteransicht
  • HinteransichtHinteransicht
  • Personal MilchgenossenschaftPersonal Milchgenossenschaft
  • Front 2016Front 2016
  • Hinteransicht 2016Hinteransicht 2016

 

Ausschnitt aus Zonenplan von 1950

Bauernhof Eglin, 1937 Luftbild swisstopo, map.geoadmin.ch

zum hochauflösenden Luftbild

Lage des Bauernhofes
Siegfriedkarte, 1939
Karte: www.swisstopo.ch

Bei der Erbauung der Eisenbahn wurde das Hagnau-Gut 1854 durch den hohen Bahndamm in zwei Teile getrennt. Der Hagnau-Besitzer Ritter liess hierauf dem südlichen Teil ein Wohnhaus mit Ökonomiegebäude erstellen. Das abgetrennte Gut erhielt - wohl als Anlehnung an Schweizerhalle - den Namen Schweizerau.
Flurnamen der Gemeinde Muttenz

Wohnhaus Schweizerau mit Familie Gyger-Rychen, um 1910/20
Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994, Museen Muttenz
Wohnhaus 2021
Foto H.P. Meier

 

 

Hof Schweizerau, 1925 (roter Pfeil)
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Mittelholzer, Walter / LBS_MH01-004359, Ausschnitt / Public Domain Mark

Die Hagnau 1935
BALAIR_3805.jpg|Flugbild Hagnau|BALAIR 3805, 14.05.1935, Staatsarchiv Basel-Stadt

 

Die Schweizerau wurde 1877 von Jakob Christen gekauft. Der Bauernhof Schweizerau wurde vom damaligen Besitzer Jakob Christen 1905 gebaut. 1948 wurde er abgerissen.

Jakob Christen schreibt in seinen Erinnerungen:

1900

Am 1. März übernahm Scheidegger an Stelle von Nussbaumer, der bei Benken ein Landgut kaufte, mein Lehen. Im April zeichnete ich ein Projekt für einen Bauernhof, zu erstellen zwischen der neuen Strasse und der Besitzung von Prof. Baumgartner.
Auf den 1. August trat ich mein Wirtschaftspatent den Gebrüdern Dietrich, Bierbrauer, ab, welche die neue Wirtschaft bei der Birsbrücke erbaut hatten, nachdem ich in meinem Hause 20½ Jahre gewirtet hatte.

1901

Während dieses Sommers erbauten wir ein Lehenhaus. Ich zeichnete die erforderlichen Baupläne wie auch die nötigen Detailpläne. Am 1. Mai wurde mit der Abdeckung des Bauplatzes und nachheriger Ausgrabung begonnen, am 10. Juni begann die Betonierung des Kellers und am 10. Sept. das Aufrichten des Dachstuhles.

1902
Am 14. April wurde der Bau des neuen Stallgebäudes begonnen und am 12. Mai aufgerichtet. Ende Juli wurde auch das Waschhaus aufgerichtet. Für beide Bauten machte ich die nötigen Pläne.

1906
Im alten Wohnhaus wurde ein Badlokal mit Wasserzuleitung eingerichtet. Am 1. März zog Lehenmann Scheidegger fort und es bezog Daniel Gyger das Lehen.

Manuskript: Astrid Brügger, Muttenz

Pächter Jean Giger
Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994, Museen Muttenz
Scheune, mit Lieferwagen der Bäckerei Weber aus Birsfelden
Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994, Museen Muttenz
Schweizerau|Links im Hintergrund Wohnhaus, rechts Scheune
Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994, Museen Muttenz
Luftbild Schweizerau mit Wohnhaus
Bild A. Brügger, Muttenz, o.J.
Schweizerau vom Gemüsegarten aus, links im Hintergrund Wohnhaus, rechts Scheune
Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994, Museen Muttenz
ähnlicher Blickwinkel mit Wohnhaus in der Mitte
2021
Foto H.P. Meier

 

 

Fakten aus der Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994

  • Pächter war von 1905(?)-1924 Daniel Gyger-Amstutz, und von 1924-1948 Johann (Jean) Gyger-Rychen.
  • Tierbestand 20 Kühe, 2-4 Pferde, 6-12 Schweine und 30-50 Hühner.
  • Bewirtschaftung: Milchwirtschaft und Ackerbau
  • Die Grösse des Betriebes betrug 10 ha. In den 1930er- und 1940er-Jahren wurde viel Bauland verkauft und der Pächter musste Land im Banne Muttenz dazu pachten.
  • 1932 wurde das Telefon eingerichtet
  • WC ohne Wasser auf der Laube, kein Bad

Schweizerau 1934 Luftbild swisstopo, map.geoadmin.ch

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Lage des Bauernhofes
Siegfriedkarte, 1939
Karte: www.swisstopo.ch

Der Bauernhof lag gegenüber der Einmündung der Bizenenstrasse in die Prattelerstrasse. Er bestand seit 1900 und wich 1971 einer Überbauung.

Der Besitzer des Bauernhofes in der Dorfmatt war Johannes Brüderlin-Basler (1868-1943), gefolgt von seinem Sohn Johannes Brüderlin-Dettwiler. Johannes Brüderlin war von 1915 bis 1935 Gemeindepräsident. Ihm zu Ehren wurde eine Strasse nach ihm benannt, welche gleich in der Nähe des ursprünglichen Bauernhofes liegt.

Fakten aus der Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994

  • Tierbestand 10 Kühe, 2 Rinder, 2 Pferde und 30 Hühner.
  • Bewirtschaftung: Milchwirtschaft, Ackerbau, Obst, Reben
  • Die Grösse des Betriebes betrug 10 ha plus 10 ha Pachtland
  • 1900 wurde die Elektrizität und Telefon eingerichtet
  • Badewanne in der Waschküche
  • Holzsager im Nebenverdienst.

Vorher-Nachher

Anfangs 20 Jh., Strasse ist noch nicht asphaltiert, Museen Muttenz
2021
2021
Bauernhof aus späteren Zeiten, Schilder zu Betrieben im Bizenenquartier, Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994
Museen Muttenz
Hochzeit|Katharina Basler und Johannes Brüderlin heiraten 1893, Museen Muttenz
Hochzeit von Katharina Basler und Johannes Brüderlin 1893
Museen Muttenz
 
Ehepaar Brüderlin, o.J. Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994, Museen Muttenz

Ehepaar Brüderlin, o.J.
Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994, Museen Muttenz

Ausschnitt aus Zonenplan von 1950

Prattelerstrasse, 1937 Luftbild swisstopo, map.geoadmin.ch

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Lage des Bauernhofes
Siegfriedkarte, 1939
Karte: www.swisstopo.ch

Der 1911  von Jakob Würgler-Hauter erbaute Bauernhof lag unmittelbar nördlich der heutigen Pestalozzstrasse. Alfred Würgler-Liechti blieb bis zum Abriss 1972 auf dem Hof.

Fakten aus der Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994

  • Tierbestand 18 Kühe, 6-7 Rinder, 30 Schweine und 60 Hühner.
  • Bewirtschaftung: Milchwirtschaft und Ackerbau, Kirschen
  • Die Grösse des Betriebes betrug 10 ha plus 10 ha Pachtland
  • 1911 wurde die Elektrizität und etwa 1915 das Telefon eingerichtet
  • Aus der Erbengemeinschaft Jakobshof übernahm Würgler das Land und baute den Hof.

Landerwerb für das Kirchgemeinehaus Feldreben

Die Gemeindeversammlung vom Januar 1952 beschloss einen Abschnitt von ca. 74 Aren zum Preis von 13.00 Fr/m² für den Bau einer 2. Kirche und/oder eines Kirchgemeindehauses von der Parzelle des Jakobshofes von den Erben Würgler-Hauter zum Preis von ca. 96‘000 Fr zu erwerben. 10 Jahre später war die Kirchenpflege durch eine Gesetzesänderung eine selbstständige Behörde geworden. Der Gemeinderat verkaufte im Jahre 1963 das treuhänderisch erworbene Grundstück am Feldrebenweg zum selben Preis zuzüglich Zins, total 110‘000 Fr an die Reformierte Kirchgemeinde Muttenz. Mit dieser Eigentumsübertragung war der Boden für den Bau des Kirchgemeindehauses Feldreben geebnet. (aus Gemeindebrief Reformierte Kirche Muttenz, 2/3 2014)

Ausschnitt aus dem Übersichtsplan von 1918

Jakobshof, o.J., aufgenommen von der heutigen Kreuzung Pestalozzistrasse/Birsfelderstrasse
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0
Gleicher Standort 2021
Foto H.P. Meier

 

Von der Pestalozzi Richtung NE
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Flugbild von 1927, der Bauernhof befindet sich am oberen Rand der Foto
BALAIR 2103W, Staatsarchiv Basel-Stadt

Flugbbild von 1965 (Ausschnitt)
Museen Muttenz


Gemälde des Hofes
aus Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994, Museen Muttenz

09.07.1934
Luftbild swisstopo, Bildnummer 19340490080295