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Verkehrsträger zerschneiden den Wald

Durch die Hard führte schon seit der Römerzeit eine Strasse von Birsfelden nach Augusta Raurica. Die andere, später wichtigere Verbindung (Kantonsstrasse) führte von St. Jakob über Muttenz immer südlich des Hardwaldes nach Pratteln. Der erste neue Verkehrsträger im 19. Jh., die Eisenbahn Muttenz–Pratteln, durchschnitt dann den Hardwald auf der Länge vom heutigen Bahnhof Muttenz bis in die Lachmatt/Hardfeld. Am östlichen Rand zerschnitt zudem die Zubringerline vom Bahnhof Pratteln zur Saline Schweizerhalle den östlichsten Teil des Hardwaldes.

Mit dem Bau des Rangierbahnhofes Muttenz I (Eröffnung 1933) erfolgte jedoch der ganz grosse Eingriff im Wald. Der Vergleich der beiden Siegfriedkarten von 1923 und 1931 zeigt die einschneidende Veränderung.

Der Rangierbahnhof Muttenz II wurde 1976 in Betrieb genommen. Er wurde nördlich des Rangierbahnhofes Muttenz I angegliedert und benötigte erneut grosse Flächen Wald. Die 1969 eröffnete Autobahn N2 Basel–Augst und deren Verbindung nach Birsfelden folgten den Eisenbahnanlagen und verbreiterten somit die Verkehrsfläche.

Von 1937 bis 1942 erfolgte der Bau der beiden Rheinhäfen Birsfelden und Au. Die Rheinaue erfuhr mit dem Bau der Rheinhäfen und dem Bau des Kraftwerks Birsfelden eine grundlegende Veränderung. So verschwanden der Silberweiden-Wald in der Au und die besondere Flora der Nagelfluhfelsen am Rheinufer. Durch den Rückstau des Kraftwerks Birsfelden veränderte sich die Zusammensetzung der Wasserfauna.

Die Hafenbahn von Muttenz zum Birsfelder Hafen wurde 1940 gebaut und beschnitt den Hardwald im Westen und Norden.

Der Bau der Autobahn A2 (1969), der Rangierbahnhof Muttenz II (1976), des Adlertunnels (2000), sowie die eben erstellte «Süd-Anbindung» Hafenbahn gingen immer auf Kosten des Hardwaldes.

Zur Zeit (2019) wird der Ausbau der Prattelerstrasse wie auch die Erweiterung der A2 auf 8 Spuren geplant (Planungsamt Basel-Landschaft).

Tunneleingang in der Chlingentalgrube
© Foto Hanspeter Meier, 17.01.2011

Beim Bau des Adlertunnels fanden Senkungen im Gebiet Lachmatt statt. Ursache dieser Senkung waren und sind vorhandende Dolinen sowie tiefliegende Auswaschungen von Salz. Aus diesem Grund wurde die Überdeckung des Adlertunnels, der dort im Tagbau errichtet wurde, auf rund 150 Meter Länge nicht ausgeführt. Somit kann der Tunnel hydraulisch einfacher gehoben werden. Dies ist auch schon mehrfach geschehen.
© Foto Beat Ernst, Basel , 22.06.2012
 
 
Zeitreise Hardwald im Bereich Chlingentalgrube 1850 bis heute

 Zeitreise swisstopo