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Abbau
Da aufgrund der geologischen Verhältnisse ein bergmännischer Abbau mit Stollen nicht möglich ist, wird das Salz mit dem Prinzip der Solegewinnung gefördert. Bei der Solegewinnung wird ein Loch bis zum Salzlager gebohrt. Dieses Bohrloch enthält heute drei Verrohrungen: Durch das mittlere Rohr wird Wasser hinuntergepumpt. Dieses löst das Steinsalz auf und es entsteht ein kleiner Salzsee, die Sole. Diese wird durch das kleinere, innere Rohr wieder an die Erdoberflache gepumpt, in einem Sammeltank kurz gelagert und anschliessend über eine Pipeline zur Saline geleitet. Das äusserste dieser Rohre führt Stickstoff nach unten, der als Schutzgas gegen die schnelle Auslaugung zwischen das oben liegende Salz (Decke) und das einströmende Frischwasser gepresst wird. Nach der Reinigung wird der Sole in Thermokompressionsanlagen das Wasser entzogen. Das Salz kristallisiert und lagert sich ab. Das noch nasse Salz wird anschliessend in Zentgrifugen so lange geschleudert wird, bis die Restfeuchtigkeit noch zwei Prozent beträgt.

Schon in den fünfziger Jahren wurden ausserhalb der Rheinebene in Richtung Süden Salzbohrfelder eingerichtet, zuerst bei der Lachmatt, dann auf dem Hinteren Wartenberg und im Gebiet Zinggibrunn. Der Hof Eigental wurde schon 1969 von den Rheinsalinen gekauft und durch einen Neubau ersetzt. Heute ist der Bauernbetrieb stillgelegt. Unterhalb des Hofes Eigental ist der Eingang zu einer unterirdischen Pumpstation sichtbar, die in den neunziger Jahren errichtet wurde.

Die in der Nähe liegende Orte mit den Flurnamen Sulz, Obersulz und Sulzchopf weisen auf Salzquellen oder auch auf sulzige Böden hin («Das Gebiet mit dem sulzigen Boden»). 2012 werden in unmittelbarer Nähe des Hofes auf zehn Bohrplätzen bis in 400 m Tiefe gebohrt. 2013 soll dort die Soleförderung aufgenommen werden.

Gefahr von Geländesenkungen und Einbrüchen
Um mögliche Geländesenkungen an der Oberfläche zu vermeiden, wird wie oben erwähnt Stickstoff in den Laugungshohlraum gepresst, so dass über der Sole ein Gaspolster entsteht (Blanket-Technik). Das Gas verhindert das Ablaugen des darüberliegenden Salzes und somit bleibt ein schützendes Salzdach bestehen. Auch lässt man in den einzelnen Kavernen Stützwände stehen. Da diese Kavernen in einem tektonisch aktiven Gebiet sich befinden (Erdbeben) können die Hohlräume nicht für die Lagerung von Erdgas/Erdöl oder Atommüll verwendet werden.

Die Schweizerischen Rheinsalinen heute
Heute sind die Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen, kurz Schweizer Rheinsalinen, ein Schweizer Unternehmen zur Salzgewinnung und -verarbeitung. Der Unternehmenssitz liegt in Pratteln. Die Rheinsalinen sind neben dem Salzbergwerk Bex (VD) das einzige Unternehmen, welches heute noch Salinen in der Schweiz betreibt. Die heutigen Salinen in Schweizerhalle (Pratteln) und Riburg (Rheinfelden) fördern 400 000 – 500 000 Tonnen Salz pro Jahr und produzieren so ausreichend Salz, um die gesamte Schweiz damit zu versorgen und somit die Unabhängigkeit zu garantieren.

Text: Daniel Raaflaub, Muttenz zu Beginn des neuen Jahrtausends, S. 16 und H.P. Meier

Zeitreise 1879-heute, swisstopo

Hinweis: Das Solbad und das Hofgut Rothaus (ehem. Kloster zum Roten Haus) liegen im Gemeindebann Muttenzer - die Villa Glenk und die Saline im Gemeindebann Pratteln.