Gezeichnet von Architekt Ernst Eckstein (1885-1960), 11. Dezember 1919

© Hinweise siehe ganz unten!

Ausschnitt aus dem Kaufvertrag von Thomas Haass mit F. Lüchinger,
5. Mai 1897
Der Firmengründer Thomas Haass

 

Anfangs 20. Jh., deutlich sind die Anschlussgeleise zur Dachpappen-Fabrik und zur Fass- und Sauerkrautfabrik erkennbar.
Plan Archiv Bauverwaltung Muttenz

Die langgezogenenen Gebäude in der Bildmitte gehören zur Firma Haass. Links daneben die Fabrikgebäude der damaligen Dachpappi-C.F. Weber AG. Im Hintergrund wird der Rangierbahnhof gebaut.
18.9.1924
Fotograf: Mittelholzer, Walter
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Siftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Mittelholzer, Walter / LBS_MH03-0652 / Public Domain Mark
, Ausschnitt

Fassfabrik Haass, 23.08.1935,
BALAIR 3866, Staatsarchiv Basel-Stadt
Fassfabrik Haass, 23.08.1935, Industriegeleise beachten!
BALAIR 3863, Staatsarchiv Basel-Stadt
Fassfabrik Haass, 23.08.1935,
BALAIR 3867, Staatsarchiv Basel-Stadt

 

Im Jahre 1897 gründete Thoma Haass in Muttenz die auf die Produktion von Sperrholz und Fässern für den Transport von Sauerkraut spezialisierte Haass AG. Die säurerestistenten Holzfässer wurden dann vor allem für die chemische Industrie in Basel produziert.

1926 wurde die Sperrholzherstellung mit einer Dampferzeugungsanlage mit Dampfgrube und Schälerei modernisiert.
1931 nahm Haass die Kistenproduktion, u.a. im Rahmen der grossen Auswanderungswelle in die USA, auf.
1935 ergänzte die Herstellung von Kartonverpackungen (Wellpappe und Graukarton) die Produktepalette.
Zwischen 1950 und 1970 wurde die hölzerne Apfelhurde produziert. 1957 erfolgte die Umstellung der Fassproduktion auf Serienkisten.

Ausstellungen mit Obsthurden und Kisten Obsthurden an der Olma 1965

Flugbild vom 17.3.1967 
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_F67-10157 / CC BY-SA 4.0 

Ab 1968 folgte dann die Umstellung auf Wellpapp-Boxen.
Seite 1970 spezialisierte sich die Firma immer mehr auf das massgeschneiderte Verpacken und Spedieren von Exportgütern jeglicher Art. Dazu gehören auch Kunstgegenstände und hochsensible Maschinen.
2013 erfolgte der Umzug auf das benachbarte Areal. Die Fabrikgebäude wurden abgerissen und das Gelände neu überbaut (Raurica Holzvermatkrung AG).

 

Das Industriegelände heute.
Links Raurica Holzvermatkrung AG auf dem ehemaligen Gelände der Firma Haass.
Rechts das neue Gebäude von Haass.
Foto Hanspeter Meier, 2020

© Hinweis: Alle Bilder ohne Copyright-Vermerk wurden uns freundlicherweise von der Firma Haass AG zur Verfügung gestellt. 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Das Industriegelände vor dem Abriss

 

 

© Hinweis: Alle Bilder ohne Copyright-Vermerk wurden uns freundlicherweise von der Firma Haass AG zur Verfügung gestellt. 


 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Innern

 

 

© Hinweis: Alle Bilder ohne Copyright-Vermerk wurden uns freundlicherweise von der Firma Haass AG zur Verfügung gestellt. 


 

 

 

 

 

 

 

 

Werbung und Dokumente

Briefpapier Anmeldung der Ausgabe von Aktien
31.8.1920
Abonnements-Vertrag für Wasserbezug, o.J. Inserat für Ordner
Schweizerisches Handelsamtsblatt Band (Jahr):71 (1953), Heft 264

 

 © Hinweis: Alle Bilder ohne Copyright-Vermerk wurden uns freundlicherweise von der Firma Haass AG zur Verfügung gestellt.

1887 eröffnete die damalige «Dachpappi», die C. F. Weber AG an der Bahnlinie östlich des Bahnhofes ihren Betrieb. Und 1907 folgte in deren Nachbarschaft die Firma Th. Haass AG. Damit begann in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs das «Industriezeitalter» in Muttenz.

Inserat aus dem Liechtensteiner Volksblatt von 1888

Gegründet wurde die Firma C. F. Weber in Muttenz für die Verarbeitung von Teerprodukten aus der Chemie- und Gasindustrie. Der Hauptsitz der Firma lag damals in Leipzig-Plagwitz (C.F. Weber Aktiengesellschaft, gegründet 1845). 1934 wurde sie in die «Chemisch-Technische Werke» überführt.

Im Jahr 1938 beschäftigte die Firma 40 Arbeiter und 16 Angestellte. (Quelle: Muttenzer Fabrikbetriebe 1938)

Mit der Zunahme der Bedeutung des Automobils begann die Verarbeitung des Erdölproduktes Bitumen. 1968 wurde die Firma von der Sika übernommen. Nach der Ausgliederung 1998 gründete die Firma Prodo in Muttenz die CTW Strassenbaustoffe AG. Heute ist die Firma schweizweit das führende Unternehmen für die Herstellung bituminöser Strassenbaustoffe.

Die Fabrikgebäude der damaligen C.F. Weber AG am 18.9.1924. Im Hintergrund wird der Rangierbahnhof gebaut.
Das langgezogenene Gebäude rechts gehört zur Fass- und Sauerkrautfabrik Haass.
Fotograf: Mittelholzer, Walter
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Siftung Luftbild Schweiz / LBS_MH03-0652 / Public Domain Mark
  (Ausschnitt)

Dienstag, den 14. November 1905:
Abends ca. 1/2 8 Uhr ertönte das Sturmgeläute. In der Dachpappefabrik war Feuer ausgebrochen. Dasselbe konnte konnte dank der raschen Hülfe der Feuerwehr wenigstens so eingedämmt werden, dass die benachbarten Gebäude verschont blieben. Glücklicherweise herrschte Windstille. Der Brand war entstanden durch Übersieden des Schwefelkessels.

Pfarrer Johann Jakob Obrecht, Chronik von Muttenz 1904-1912, Muttenzer Schriften 4, S. 47

Anfangs 20. Jh., deutlich sind die Anschlussgeleise zur Dachpappen-Fabrik und zur Fass- und Sauerkrautfabrik erkennbar.
Plan Archiv Bauverwaltung Muttenz

Ansichtskarte o.J.
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

 

Inserate aus Illustrierte schweizerische Handwerker-Zeitung : unabhängiges Geschäftsblatt der gesamten Meisterschaft aller Handwerke und Gewerbe
Band 20, 1904 Band 21, 1905

 

Flugbild vom 17.3.1967 
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_F67-10156 / CC BY-SA 4.0 

Produktionsgerbäude CTW, 5.8.2017
Foto Hanspeter Meier

Architektonisch wertvoll ist das von den Burckhardt-Architekten entworfene und unter Schutz stehende ehemalige Verwaltungsgebäude von 1957 (heute EOTEC).

ehemaliges Verwaltungsgebäude der CTW, seit 2007 EOTEC
24.06.2009
Foto Heimatkunde Muttenz, Barbara Sorg

 

Betriebsgelände heute (2020), eindrucksvoll ist das zum Werk gehörende Hochkamin.
Foto Hanspeter Meier

 

Die Firma J. Jundt-Metzler wurde am 01.01.1924 gegründet. Sie stellte wie im Inserat unten aufgeführt Seife, Oele und Putzmittel her.

Später wurde sie zu JuMut (JUndt MUttenz) umbenannt.

  mit Anschrift, auf Bild klicken für grosses Bild
8.9.1924, Links unten im Bild ist das Haus Bahnhofstrasse No. 39 zum Rosengarten (Restaurant P. Juillerat) erkennbar. Rechts befindet sich die Firma Firma JuMut (Produktion von Seife, Oelen und Putzmittel)
Fotograf: Mittelholzer, Walter ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Siftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Mittelholzer, Walter / LBS_MH03-0651 / Public Domain Mark

 

Inserat aus:
Heime für die schwererziehbare Jugend in der Schweiz, 1933
Blechkanister für das im Inserat erwähnte Speiseöl St. Jakob.
Hersteller des Kanisters ist die Bleckwarenfabrik Joseph Vogel in Aesch
Quelle: ricardo.ch

 

Firma JuMut, o.J.
Im Hintergrund mit dem Bogentor die Firma Senglet.
Foto Museen Muttenz, LizenzbedingungenCC BY-SA 4.0

In der Bildmitte liegt das Gebäude von JuMut, 1963
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_F63-01017 / CC BY-SA 4.0

2020: Das alte Gebäude links hinter dem Neubau ist immer noch vorhanden.
Foto Hanspeter Meier

 

Inserat aus: Heime für die schwererziehbare Jugend in der Schweiz, 1933

 Neubau Betriebsgebäude der Dalang AG, 1926/27  Betriebsgebäude Dalang
 Luftbild, um 1933  altes Betriebsgebäude Dalang, um 1933
Fotos Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-SA 4.0

 

1921 wurden gleichzeitig die Siedlungsgenossenschaft Freidorf und die Tramlinie eröffnet. Gleichzeitig entstanden am Käppelibodenweg die ersten Einfamlienhäuser. Ansonsten wurde auf den freien Flächen Landwirtschaft betrieben.

Der Bäcker Niklaus Dalang gründete 1850 in Basel die Teigwarenfabrik Dalang. Zuerst wurden die Nudeln noch mit einer Handwalze hergestellt, weshalb man eher von einer Nudelmanufaktur reden müsste als von einer Fabrik. Die Herstellung bestand aus einem Teig aus Eiern, Wasser und Mehl, der durchgepresst und getrocknet wurde.

1894 produzierte der Betrieb 200 kg Teigwaren pro Tag und 1919 bereits 1000 kg pro Tag, nicht zuletzt, weil um die Jahrhundertwende die Produktion elektrifiziert worden war, was die hergestellten Mengen enorm steigerte. Um sich zu vergrössern, wurde 1927/28 die Fabrikation von Eduard Dalang nach Muttenz verlegt, neben die Tramstation Käppeli. Strategisch lag das Gebiet für eine Fabrik an der Tramhaltestelle sehr gut.

Die Fabrik konnte 3000 – 4000 kg Teigwaren pro Tag produzieren. 1935 wurde die Unternehmung in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und von 1939 bis 1945 sukzessive erweitert. 1964 fabrizierte die «Eduard Dalang Teigwarenfabrik AG» täglich 12 t Teigwaren.
 

Werbeaufnahme: Eduard Dalang beim Essen von Dalang-Nudeln  Lastwagen mit Werbeaufschrift
   
Die Besitzerfamilie Dalang, 100 Jahre Teigwarenfabrik Dalang, 1950 Nudelwalze für Industriebetrieb mit Zahnradwerk für Handbetrieb, Rahmen blau bemalt, Walzen verchromt, Holzgriff Begleittext von Dalang: «Handnudelwalze womit anno 1850 Nikolaus Heinr. Dalang-Andres Bäcker, Wirt und Fechtmeister die ersten Eiernudeln herstellte und so zum Begründer des heutigen Unternehmens wurde.», 1850

Fotos Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-SA 4.0

Die alte Fabrik mit Giebeldach wurde dann modernisiert (Flachdach) bevor sich nach Aufgabe der Fabrikation ab 1971 die Allpack Industrielle Lohnverpackung AG einmietete. Allpack zog sie in den 1980er Jahren an die Hofackerstrasse um. Die Gebäude wurden abgerissen, um Wohnblöcken Platz zu machen. Auf dem nebenanliegenden Gelände mit Schrebergärten wurde 1987 das Alters- und Pflegeheimheim Käppeli errichtet.

 Allpack/Dalang-Gebäude 
 Fotos Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-SA 4.0  

Nach Aufgabe der Fabrikation war ab 1971 die Allpack Industrielle Lohnverpackung AG eingemietet, bevor sie in den 1980er Jahren weiterzog. Die Gebäude wurden abgerissen, um Wohnblöcken Platz zu machen. 1987 wurde daneben das Alters- und Pflegeheimheim Käppeli errichtet.

 


 

 

 

 

 

 

 

Abbruch Dalang/Allpack und Neubau Alters- und Pflegeheim Käppeli

Abbruchtrümmer, Blick gegen Tramstation “Käppeli“, im Vordergrund Wegschild Käppelibodenweg. Blick nach SO. Im Hintergrund die Häuser des Wachtelweges.
Gebäudereste, Blick gegen Siedlung Unterwart Abbruchtrümmer, Blick gegen Tramstation „Käppeli“ und das Postgebäude im Hintergrund
Profile für den Neubau des Altersheim „Chäppeli“,06. Juni 1986 Spatenstich für den Neubau des Altersheim „Chäppeli“. Das vorher als Schrebergärten genutzte Areal wird überbaut. 04. Mai 1987
 
1993, Fotograf Karl Bischoff  
Fotos Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-SA 4.0

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Produktion von Nudeln damals

Aufschlagen von Eier Die kleineren "Hörnli" werden zum Trocknen auf Gitter ausgelegt und im Trockungsschrank gestapelt.

 

Ausstechmaschine für Teigmüscheli  

In den riesigen Trockungsschränken werden die Teigwaren aller Form endgültig ausgetrocknet. Automatischer Nudeltrockner, um 1950

Mitarbeiterinnen von Dalang beim Aufschlagen von Eiern für die Nudelproduktion. 1961 Nudelproduktionsmaschine um 1950
Fotos Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-SA 4.0  

Viele Arbeitsgänge wurden damals noch von Hand ausgeführt, wie zum Beispiel das Waschen und Aufschlagen der Eier. Auch die Maschinen musste man persönlich überwachen, so unter anderen die Ausstechmaschinen für Teigmüscheli. 1938 arbeiteten rund 60 Personen in der Dalang-Fabrik am Käppeli. 1964 wurden jeden Tag 12 t Teigwaren hergestellt. Bald danach wurde der Betrieb eingestellt.