Aus der Lebensgeschichte von Jakob Christen

(Was die Schweizerau betrifft)

1877

Ich bereiste schon anfangs Januar 1877 die gesamte Umgebung Basels, um eine geeignete Liegenschaft ausfindig zu machen. Das Gut «Schweizerau» war zu verkaufen. Erwin erklärte sich mit der Erwerbung einverstanden, worauf ich das Gut kaufte, das der Frau Rohner und deren Kindern gehörte. Mit Herr Ginther in Basel, ihrem Vogt‚ schloss ich den Kauf ab, zum Preis von 50'000.- Fr. Die Handänderungskosten betrugen 500.- Fr., welche ich auch zu bezahlen hatte und ich war veranlasst für sofortige Reparaturarbeiten am Hause 1'000.- Fr. auszugeben. Das Gut wurde am 22.Februar 1877 in Muttenz mit zugefertigt. Die Bewirtschaftung besorgte der im Erdgeschoss wohnende Lehenmann Kellerhals. Der Lehenzins betrug für 1877 1'600.- Fr. für die drei folgenden Jahre 1‘700.- Fr.pro Jahr. Das Gut verzinste sich somit nur zu 3½ %, während ich für dies Geld, das für die Bezahlung der Kaufsumme damals aufnehmen musste, 4½ % bezahlen musste. In Folge dessen hatte ich einen bedeutenden Zinsausfall.

1880

Da wir auf Neujahr 1880 eine Pintenwirtschaft eröffneten, so hatten wir auch manche Einrichtung und Vorkehrung zu treffen, Ankauf von Fässern und Wirtsgeschirr, Einkellerung von Wein u.d.g.

Im Oktober verlehnte ich das Gut Schweizerau an meinen Nachbarn Nussbaumer.

1881

Im Jahre 1881 erbauten wir an den Platz des westlichen Holzschopfes einen Durlipskeller samt den sich darüber befindlichen Zimmern.

Als Kellerhals vom Lehen abgezogen war liessen wir Ende März 1881 dessen Wohnung zu unserem Gebrauch einrichten. Es wurden der Ofen und die Kunst umgesetzt und alles frisch bemalt. Wir veränderten den Garten und eröffneten zum Haus neue Zugangswege.

1887

Am 6. November bewilligte die Gemeinde Muttenz mir und meinem Nachbar Nussbaumer, dass wir das Wasser der am Saum der Waldung Fröscheneggrain entspringenden untern Quelle fassen und zu unserem Höfen leiten können, und dass unter Verhältnissen uns auch aus der oberen Quelle noch etwas Wasser gegeben werden soll. …Mit Anfang des Jahres 1888 erhielt das Schänzli so zwei laufende Brunnen. Die Kosten für einen jeden dieser Brunnen beliefen sich auf rund 3‘200.-Fr.

1890

Im Jahr 1890 erstellten wir die Stallwände und die Futtertennbühne sowie die Stallböden in Beton, ebenso ein Teil der westlichen Fassade. In den Viehstall wurden Cementkrippen eingesetzt.

1897

Am 4. Februar wurde vom Landrat der benötigte Kredit zum Bau der neuen Strasse nach Basel und der neuen Brücke über die Birs bewilligt und bis Ende des Jahres wurde der Bau ausgeführt. Ich hatte von meinem Gut das benötigte Land zur Strasse und zu den Böschungen unentgeltlich abzutreten. Baselstadt gab an den Bau der Brücke 20‘000.- Fr. Die Gemeinde Muttenz hatte den Landankauf zu tragen und an die übrigen Kosten die Hälfte zu bezahlen während die andere Hälfe der Staat Baselland übernahm.

1900

Am 1. März übernahm Scheidegger an Stelle von Nussbaumer, der bei Benken ein Landgut kaufte, mein Lehen. Im April zeichnete ich ein Projekt für einen Bauernhof, zu erstellen zwischen der neuen Strasse und der Besitzung von Prof. Baumgartner.

Auf den 1. August trat ich mein Wirtschaftspatent den Gebrüdern Dietrich, Bierbrauer, ab, welche die neue Wirtschaft bei der Birsbrücke erbaut hatten, nachdem ich in meinem Hause 20½ Jahre gewirtet hatte.

1901

Während dieses Sommers erbauten-wir ein Lehenhaus. Ich zeichnete die erforderlichen Baupläne wie auch die nötigen Detailpläne. Am 1. Mai wurde mit der Abdeckung des Bauplatzes und nachheriger Ausgrabung begonnen, am 10. Juni begann die Betonierung des Kellers und am 10. Sept. das Aufrichten des Dachstuhles.

1902

Am 14. April wurde der Bau des neuen Stallgebäudes begonnen und am 12. Mai aufgerichtet. Ende Juli wurde auch das Waschhaus aufgerichtet. Für beide Bauten machte ich die nötigen Pläne.

1906

Im alten Wohnhaus wurde ein Badlokal mit Wasserzuleitung eingerichtet. Am 1. März zog Lehenmann Scheidegger fort und es bezog Daniel Gyger das Lehen.

1907

Im März wurde die elektrische Beleuchtung unseres Wohnhauses, der Fabrikgebäude und der Stallung des Lehenmannes eingerichtet und es wurden in der Fabrik und auf dem Stallboden des Lehenhofes Kraftmotoren aufgestellt.

1913

Im Lehenhof wurde eine umfassende Beleuchtung eingerichtet.

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