Im Jahr 1605 fand in Basel ein grosses eidgenössisches Schützenfest statt. Zu diesem Anlass erstellte man extra eine Schreibstube. Die Muttenzer nutzten diese Gelegenheit und baten den Rat von Basel, diese Schreibstube künftig in Muttenz als Schützenhaus verwenden zu dürfen, da sie keines hätten. Dieses erste Schützenhaus stand im Baumgarten der Liegenschaft Hauptstr. 18/20 längs der heutigen Schulstrasse. Die Scheiben befanden sich rund 180m entfernt am Breiteweg, auf der «Scheibenmatte», der Parzelle auf welcher sich heute die Kapelle der Chrischona-Gemeinde befindet. Den Standort behielt man etwa 250 Jahre lang bei. Danach wurde der Schiessplatz um 1850 auf die Anhöhe unterhalb des heutigen Wasser-Reservoirs verlegt. Der aussichtsreiche Platz wurde ausgeebnet und mit Bäumen bepflanzt und ein neues, geräumiges Schützenhaus gebaut mit Zielrichtung gegen Westen. Der Wall und der Scheibenstand befanden sich in 300m Entfernung direkt vor dem Fahrweg, der von der Geispelgasse auf die Rütihard hinauf führt. Im Laufe der Zeit verbesserte sich die Durchschlagskraft der Schiesswaffen. Das hatte zur Folge, dass wiederholt Klagen laut wurden über verirrte Geschosse, die im Gebiet der Gemeinde Münchenstein (Neuewelt) einschlugen. Nach eingehenden Untersuchungen durch die Militärbehörden stellte man die Gefährlichkeit der Schiessanlage als unbestreitbare Tatsache fest. Deshalb brach man sie ab und schoss zwischen 1903 -05 südlich des Dorfes quer über das Tal hinweg hinüber zum Dürrenrainhang. Einen neuen Platz für die Schiessanlage fand man schliesslich im Fröscheneck. Im Jahre 1905 errichtete man dort ein Schützenhaus verbunden mit einer Scheibenanlage im Waldabhang Auch die Gemeinde Birsfelden sah sich gezwungen, ihre auf dem Sternenfeld eingerichtete Schiessanlage aufzugeben, weil es wiederholt vorkam, dass Geschosse im Dorf Grenzach einschlugen. Sie erwarb nun direkt östlich vom Muttenzer Schiessstand Wiesland und baute ein eigenes Schützenhaus sowie an der Baselstrasse ein geräumiges Wohn- und Ökonomiegebäude mit Restaurationsbetrieb (1913).

 Bruckner,  Merkwürdigkeiten, Band 1, S. 45/46, 1748

 

Einige Jahre später folgten verschiedene Eingaben der Bewohner des Quartiers an die Gemeinde wegen des Schiesslärms. Auch in Pratteln hatte man dasselbe Problem. So beschloss man nach langen Verhandlungen, eine gemeinsame Anlage für Birsfelden, Muttenz und Pratteln zu bauen und errichtete 1956 eine neue gemeinsame Anlage in der Lachmatt. Die Gesamtkosten betrugen für alle drei Gemeinden zusammen rund 1,2 Millionen Franken. Die Gemeindeversammlung hatte sich in den vergangenen Jahren mehrmals mit der Schiessanlage zu beschäftigen. Während rund 15 Jahren kämpfte die IG Schalldämpfer gegen eine Mitbenutzung des Schiessstandes durch die Basler Schützen, welche ihren veralteten Schiessstand Allschwilerweiher aufgeben mussten. Die Befürchtung galt vor allem der Tatsache, dass Schiesslärm und Verkehr dadurch zunehmen würden. Basel-Stadt zahlt an die Sanierung der Schiessanlagen. Es erfolgt aber keine Altlastensanierung, d.h. Entfernung von Blei und Schwermetallen aus früheren Zeiten im Bereich der Kugelfänge. Trotz des Widerstandes, der aus formalen Gründen bis vor Bundesgericht geführt wurde, benutzen nun seit 2009 auch die Basler Schützen während der nächsten zehn Jahre (ursprünglich waren 30 Jahre vorgesehen) den Schiessstand in der Lachmatt.

aus: Muttenz zu Beginn des neuen Jahrtausends, 2009, S. 304, Autoren: Helen Liebendörfer und hanspeter Meier

 

ca. 1960, Schützenhaus und Schiessstand, Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

o.J. Blick vom Fröscheneck nach N, Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0


1957, Gruppenbild im Eingang Schützenhaus Fröscheneck, Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0
unten v.l.: Willi Brügger; Aregger. mitte v.l.: Wirtin Frau Schwander; Serviertochter ?; Wirt Franz Schwander; Jundt. Unten v.l.: Dürrenberger; Fritz Pierrehumbert; Hans Friedli-Ramstein.

 

http://www.gsa-lachmatt.ch/