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Teil 1: Keine Chronik ohne Quellen

Gut dokumentierte Anfänge – mit Lücken

Die Anfänge der Sozialdemokratischen Partei Muttenz sind protokollarisch festgehalten in drei meist handschriftlich geführten Heften resp. Büchern. Das erste Protokollheft (22.11.1917 – 7.10.1921) berichtet in den Anfängen sowohl von Parteiversammlungen wie auch von Vorstandssitzungen. Ab  Januar 1919 bis Herbst 1921 führt die Partei ein eigenes Protokollheft für Kommissions- und Vorstandssitzungen. An den Kommissionssitzungen nehmen je nach Einladung zusätzlich zum Vorstand auch die Vertrauensmänner (Einzüger von Mitgliederbeiträgen und SpendenSammlungen) und/oder Mandatsträger teil. Das erste Kassabuch enthält die Jahresrechnungen 1917 – 1935/6.

 

Das zweite Protokollbuch beginnt am 23. August 1927 und endet mit dem Eintrag vom 29. August 1931. Daran schliesst sich ein nächster Band an vom 31.3. 1932 bis zum 6.6.1935. Das zweite Heft mit Protokollen der Vorstands- und Vertrauensmännersitzungen bestreicht ungefähr den gleichen Zeitraum (17.1.1931 – 25.2.1935. )

Die ersten zwanzig Jahre der Partei sind also grundsätzlich gut dokumentiert. Störend ist allerdings der Unterbruch der Berichterstattung von sechs Jahren zwischen 1921 und 1927.

Karger Inhalt der Protokolle

Wer nun erwartet, dass in diesen Quellen die Dynamik der Zeit, die politischen Auseinandersetzungen, die soziale Lage der SP-Mitglieder oder gar Diskussionen weltanschaulicher Natur abgebildet sind, wird bei der Lektüre enttäuscht sein. Es handelt sich um Schriftstücke der kargen Art.

Erwähnt sind Personen, die ein Geschäft präsentieren. Über den Inhalt des Geschäftes, über die darüber gehaltene Diskussion, ja sogar oft über den daraus gefasste Beschluss fehlt meist jeder Hinweis. So erfahren wir zwar, was diskutiert worden ist, aber oft nicht wie und warum. Eine Ausnahme ist die Auseinandersetzung über den Beitritt zur 3. Internationale, wobei auch bei dieser Entscheidung wenig Argumentatives erhalten ist.

Lebendige Berichterstattung im Parteiorgan

Wer also mehr über die Darstellung der SP Muttenz in der Öffentlichkeit, über ihre politische Argumentation und ihre weltanschauliche Haltung erfahren möchte, muss in mühsamer Arbeit die entsprechende Parteipresse nach Verlautbarungen absuchen. Von der Gründung bis zur Parteitrennung war der „Basler Vorwärts“ das Organ der Linken in Basel-Stadt und Baselland. Nach der Parteispaltung 1921 übernahm „Der Sozialdemokrat", gedruckt in Zürich, bis Dezember 1921 diese Aufgabe. Nach der Fusion der SP Basel mit der Unabhängigen Kommunistischen Partei gibt die Volksdruckerei Basel das Parteiorgan beider Basel ab 15.12.1921 unter dem Namen „Arbeiterzeitung“ heraus. 

Grosse Lücken in den Protokollen zwischen 1935 bis 1970

Leider klafft zwischen den bereits genannten Quellen, die 1935 enden, bis 1972 eine grossen Lücke. Sie müsste mittels akribischem Auswerten der Parteipresse und anderer Publikationen (neben der bürgerlichen Presse gibt es seit den 30er Jahren den Muttenzer Anzeiger) gefüllt werden. Diese aufwändige Arbeit kann in der beschränkten Zeit des Jubiläums-Auftrages nicht erbracht werden.

Folgerung: Eine Chronik der Anfänge der SP Muttenz

Die Quellenlage bringt es mit sich, dass der Zeitraum der Studie stark eingeschränkt werden muss auf die Anfänge zwischen 1917 und 1921.In diese Zeit fallen, wie im Vorwort erwähnt, wichtige Entwicklungen und Ereignisse. Dafür ist es möglich geworden, etwas tiefer in die damalige Zeit einzusteigen, u.a. durch das einleitende Kapitel „Hintergründe“.

Benutzte Quellen

  1. Die im Textteil aufgeführten Protokollhefte und –Bücher sowie das Kassabuch der SP Muttenz
  2. „Basler Vorwärts“, Staatsarchiv Basel, Zeitungen 12, November 1917 – Februar 1921 
  3. „Der Sozialdemokrat“/“Arbeiterzeitung“, Staatsarchiv Basel, Zeitungen 12, Februar bis Ende Dezember 1921

Benutzte Literatur

  1. Fritz Giovanoli, Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz, Bern 1948
  2. Solidarität, Widerspruch, Bewegung. 100 Jahre Sozialdemokratische Partei der Schweiz, Zürich 1988
  3. Schweizerische Arbeiterbewegung, Arbeitsgruppe für Geschichte der Arbeiterbewegung, Zürich 1975
  4. Benno Hardmeier, Geschichte der Sozialdemokratischen Ideen in derSchweiz, Winterthur 1958
  5. Johann Obrecht, Chronik von Muttenz 1904-1912, Muttenz 1991
  6. Gemeinde Muttenz, Muttenz zu Beginn des neuen Jahrtausend (Heimatkunde), Liestal 2009

Informationen aus dem Internet

  1. Landesstreik: Wikipedia (ausführlicher Text); Zeittafel unter www.generalstreik.ch
  2. Generalstreik in Basel: On-line-Archiv der BaZ; Geschichte des Kantons Baselland
  3. Grütlianer: Wikipedia; Historisches Lexikon der Schweiz; 125 Jahre SP Solothurn; Geschichte des Kantons Baselland
  4. Internationale: Historisches Lexikon der Schweiz
  5. Blockbildung nach 1918: Geschichte des Kantons Baselland
  6. Demokratische Fortschrittspartei: Geschichte des Kantons Baselland

Verwendete Kürzel

Beide Kürzel betreffen Zitate aus dem jeweiligen Parteiorgan
BV: Basler Vorwärts
SD: Der Sozialdemokrat

Illustrationen

Die Karikaturen stammen aus dem „Basler Vorwärts“ und „Der Sozialdemokrat“.

Das Dorfbild von 1920 wurde von den Museen Muttenz zur Verfügung gestellt.

Das Bild der Fahne der SP Hägendorf wurde vom Historischen Museum Olten zur Verfügung gestelllt

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