Foto © H.P. Meier, Muttenz, 30.01.2015.

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Ein Mann mit einem Stelzfuss, Stülzeniggi genannt, ging in den Hardwald, um nach einem Schatz zu graben. Es war ihm bekannt, dass man dabei kein Sterbenswort sprechen dürfe. Schon war er nach fleissigem Graben auf eine eiserne Kiste gestossen. Da kam einer auf einem grossen Hahn geritten und fragte ihn, was er da mache. Er gab ihm indessen keine Antwort. Darauf verschwand der Hahn mit seinem Reiter. Nach einiger Zeit erschien wieder ein Unbekannter, der auf einer grossen Schnecke ritt. Auch ihm gab der Schatzgräber keinen Bescheid. Da rief der Schneckenreiter aus: «Nun denn, wenn du nichts sagst, so reit ich weiter; ich werde den anderen auf seinem Hahn bald eingeholt haben.» Da musste der Schatzgräber lachen. «Dummer Teufel», rief er aus, «du bildest dir ein, mit deinem Schneckentier den Gockelhahnreiter einholen zu können!» Kaum waren ihm die Worte entfahren, war auch schon die beinahe gehobene Kiste mit Gepolter in der Tiefe verschwunden.

“Baselbieter Sagen” von Paul Suter und Eduard Strübin, Sage 69