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Basler Landsitze

Der „Hof“ gehört zu den typischen Landsitzen der Basler Familien. Die Mode, ein Landgut zu besitzen, wurde durch die Glaubensflüchtlinge in Basel eingeführt. Sie repräsentierten das Ansehen einer Familie. Rund um Basel  finden sich zahlreiche, zum Teil auch heute noch in Familienbesitz stehende Landsitze. Einige lagen direkt vor den Toren der Stadt und sind unterdessen mit der Stadt verwachsen (Sandgrube, Solitude), andere Güter lagen wiederum etwas weiter von der Stadt entfernt (vom Bruckgut bis zum Ebenrain in Sissach). Erstaunlicherweise gibt es in Muttenz mit dem Huberischen Hof nur einen einzigen Landsitz.

  • GartenpavillonGartenpavillon

Man zog im Frühjahr mit Sack und Pack aufs Land und blieb dort bis in den Herbst. Dieser Umzug war für die Basler Hausfrau ein wichtiges Ereignis, galt es doch, das monatelang unbewohnte Haus zu putzen und wieder bewohnbar zu machen. Der Ehegatte und die schulpflichtigen Kinder fuhren mit dem Wagen jeden Tag in die Stadt, deshalb musste man im Stadthaus für ein Mittagessen sorgen. „Täglich fuhr ich nun mit dem Vater zur Stadt, um die Schule zu besuchen, und machte in der stillen Stadtwohnung, wo nur die alte Köchin hauste, meine Aufgaben. Donnerstags und samstags war am Nachmittag frei, da fuhren wir zum Essen heraus, und dies waren mit den Sonntagen unsere Familientage.“  (J.J. Burckhradt-Sarasin Memoiren).

Den ganzen Sommer hindurch erschien zahlreicher Besuch, auch unvorhergesehene Gäste. Die Verpflegung machte keine Probleme, denn auf dem Land war alles in reicher Fülle vorhanden: Milch, Rahm, Honig, Butter, Gemüse, Eier, Früchte usw. Auch für Abwechslung war gesorgt, man las viele Bücher, sang Lieder zusammen, spielte Croquet oder mit dem Reifen oder Ball.

Quellen:

Inventar Kulturdenkmäler BL in Baudenkmäler Muttenz, Muttenzer Schriften 6, 1997
Hanspeter Jauslin/ Nelly Spitteler:  Muttenz Hauptstrasse um 1975
Edmund Jourdan AG: http://www.edm-jourdan.ch/uber-uns/geschichte.html
Johanna Von der Mühll: Basler Sitten