Das Türmlihus ist ein frühes Steingebäude. Seine Datierung ist unbekannt, weist aber mit seinem beinahe quadratischen Grundriss mit den Massen 8 auf 9 Metern, einer ausschliesslichen Wohnnutzung und einem Hocheingang im Süden auf ein
frühes gotisches Wohnhaus hin. (Nach dem Dorfinventar, 2021.)

Die Verbreiterung der Strasse führte beim Türmlihaus dazu, dass das Trottoir durch den Keller geführt wurde. Ein gleiche Situation haben wir beim Haus Hauptstrasse 45 (Ecke Hinterzweienstrasse), wo das Trottoir durch die ehemalige Stube läuft. Es stellt sich heute die Frage der Aufwertung, und wie Baukultur gegen Verkehrssicherheit und Erschliessung abgewogen wird.

ISOS beschreibt das Haus wie folgt: «Spätgotisches Wohnhaus mit umgebautem Treppenturm und angebauter Scheune, torartige Verengung des Gassenzugs, dat. 1806». Und weiter: «Zwei fast unmittelbar an der Fahr -
bahn stehende Bauten, ein spätgotisches Wohnhaus (Türmlihaus) und ein Wohnhaus der 1990er-Jahre gegenüber, schliessen den Gassenzug gegen Süden ab. Sie bilden den torartigen Übergang zur Gempengasse. Diese wird – in spannendem Gegensatz zum Oberdorf – nur einseitig von Gebäuden gefasst: Es sind Zeilen niedriger Kleinbauernhäuser aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Auf der anderen Seite stehen noch die hohen Mauern, welche einst die Rebberge begrenzten.»

Nach dem Parzellenplan von Siegfried von 1830/40 war das Haus in zwei Parzellen geteilt. Die angrenzende Scheune gehörte damals zum recht Hausteil. Die Luftaufnahmen unten zeigen die Struktur der Bauten. Die angebaute Scheune hatte einen rückwärtigen Ausbau in den Hofgarten. Daneben lag ein Wohnhaus (mit Stalleingang?). Nach dem Umbau wurde der rückwärtige Teil hinter des Wohnhaus nach Osten verschoben.

Haus Nr. 41 auf dem Plan von G.F. Meyer, 1678
Karte Staatsarchiv Baselland
Gempengasse
Parzellenplan von Siegfried 1830-40 mit damaliger Hausnummerierung
Museen Muttenz
 
Übersichtsplan Sektion A, 1918, Ausschnitt
Bauverwaltung Muttenz
 

 

 
Familie Jauslin, Poststempel 29.12.1927
Museen Muttenz, CC BY-SA 4.0
undatiert
Foto Wolf, Basel, Museen Muttenz, CC BY-SA 4.0
 
 
Ein halb zugemauerter Hauseingang (Kellereingang?) auf der Nordseite ist erkennbar, vor 1930
Museen Muttenz, CC BY-SA 4.0
vor 1930  
     
um 1980
Foto André Muelhaupt, Museen Muttenz, CC BY-SA 4.0
«Eingang» zur Gempengasse, 2008
Foto: Hanspeter Meier
 
 
Aufnahme vom 12.7.1949, Ausschnitt
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-012533 / CC BY-SA 4.0 
Aufnahme vom 12.7.1949, Ausschnitt
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Siftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-012530 / CC BY-SA 4.0
 
Aufnahme vom 12.7.1949, Ausschnitt
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-012533 / CC BY-SA 4.0 
Aufnahme vom 12.7.1949, Ausschnitt
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Siftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-012530 / CC BY-SA 4.0
Orthofoto
GeoViewBL