In Muttenz findet man häufig das traufständige Mehrzweckhaus, bei dem der Dachfirst parallel zur Strasse verläuft.

Bei diesem Kleinbauernhaus sind Wohnteil, Stall und Scheune unter einem Dach zusammengefasst. Das Dach ragt beim Scheunen- und Stallteil weit über das Haus hinaus
und dient so als Wetterschutz für abgestellte Wagen und Geräte. Typisch für Muttenz ist das Scheunentor mit seiner zusätzlichen Funktion als Hauseingang.

Das bäuerliche Wohnhaus bestand ursprünglich nur aus einem Geschoss mit einer Küche im hinteren und einer Stube im vorderen Teil. Der Küchen- und damit Wohnhauseingang lag im hinteren Teil der Scheune. Erst später wurde das Wohnhaus zweigeschossig und erhielt im Obergeschoss oft eine zweite Wohnung und später zwei Schlafkammern für die Wohnung im Erdgeschoss. Kachelöfen finden sich erst seit dem 18. Jahrhundert. Die Wohnverhältnisse waren demnach sehr eng. Der Speicher und später der Keller finden sich in der Regel hinter dem Haus, oft auch freistehend.

Bei den Architekturelementen überwiegen bis ins 18. Jahrhundert hinein der Rundbogen für Türen und Tore und das gotische ein- bis zweiteilige Fenster mit gekehrten Gewänden.
Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts setzte sich das Rechteckfenster, gegen Ende des Jahrhunderts das stichbogige Fenster und im 19. Jahrhundert das überhöhte Rechteckfenster durch.

© Fotos Barbara Sorg und Museen, Muttenz