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Das alte Kloster

Das Rote Haus wird zum ersten Mal in Schriftquellen des 14. Jahrhunderts erwähnt. Der Legende nach geht das einsam am Rhein gelegene Gut mit dem seltsamen Namen vielleicht auf römischen Ursprung zurück. Es soll – aufgrund der typischen Rotbemalung – eine Herberge an der alten Rheintalstrasse von Augst nach Basel gewesen sein.
1421 erhielten die Pauliner vom damaligen Inhaber der Herrschaft Muttenz, Hans Thüring Münch von Münchenstein, die Erlaubnis, den Hof zum Kloster auszubauen.
1525 hob man das Kloster endgültig auf.

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Fakten aus der nachklösterlichen Geschichte

1817 entstand im mittlerweile zum herrschaftlichen Landsitz ausgebauten Gut nämlich die erste Brauerei der Landschaft Basel. Und 1836 wurde unter dem Landstück ein grosses Salzlager entdeckt; es sollte den Grundstein für die spätere chemische Industrie der «Schweizerhalle» bilden. Die Klosteranlage indes wurde 1840 abgebrochen; nur ein Stück der zinnenbewehrten Westmauer ist bis heute erhalten geblieben.

Der wechselhafte Besitz im 19. Jh. zeigt das Dokument am Ende des Artikels.

Am 12. Dezember 1906 kaufte die Christoph Merian-Stiftung das Gut. Schon zwölf Jahre später, am 26. Februar 1918, verkaufte die Stiftung Parzellen an die Firmen Geigy AG, Sandoz AG und Säurefabrik Schweizerhall (siehe Plan).

Seit 1908 war die Familie Gerber Pächter des Gutes.

Der Pachtbetrieb war anfangs des 20. Jh. rund 55 ha gross. Mit dem Beginn der Überbauung von Teilen des Rothusareals durch die Firma Geigy AG verlor dieses 12-14 ha Kulturland. Ab 1952/53 nahm das Kulturland durch Überbauung der Firmen Sandoz AG und Säurefabrik Schweizerhalle weiter stetig ab. Bei der Betriebsaufgabe 1971 betrug das Kulturland noch ca. 8 ha! Es wurde Milchwirtschaft, Ackerbau betrieben und Schweine gehalten. Bis 1935 gab es  ca. 65 Stück Vieh auf dem Hof -  später 48 Kühe, 15-20 Stück Jungvieh, 8 Pferde und 50-80 Schweine.

Bis etwa 1910 wurden auf dem Areal zum Rhein zu Reben angepflanzt. Der  Plan von Huber (1784, siehe unten) wie die Siegfriedkarte (1907) verzeichnen Reben!

Quelle u.a. Fakten aus der Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994 sowie Heimatkunde Muttenz: Elisabeth und Reto Marti: Ein Leben in Abgeschiedenheit – Die Klöster.

Die Federzeichnung Georg Friedrich Meyers zeigt das «Rothe Hauss» im Jahre 1678 als herrschaftlichen Landsitz. Vom einstigen Kloster zeugt neben der Ummauerung noch der U-förmige Gebäudekomplex,
der auf die Kirche, ein Konvents- und ein Ökonomiegebäude (von links nach rechts) zurückgeht. Der durch die drei Gebäude gebildete Innenhof markiert wohl den Ort des ehemaligen Kreuzgangs.

Entwürfe zu den Plänen der Basler Landschaft von Georg Friedrich Meyer, 1678, Feldaufnahmen, Skizzen und Notizen, Staatsarchiv Baselland, SL 5250.52


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausschnitt aus Plan vom Rothen Haus Gut 1784
Plan vom Rothen Haus Gut, zwischen Basel und Liestal /
ins Kleine gezogen von J.R. Huber, 1784, By J.R. Huber
(10.3931/e-rara-23652 :
Info: Kartenportal.CH) [Public domain], via Wikimedia Commons
Plan vom Rothen Haus Gut 1784
Plan vom Rothen Haus Gut, zwischen Basel und Liestal /
ins Kleine gezogen von J.R. Huber, 1784, By J.R. Huber
(10.3931/e-rara-23652 :
Info: Kartenportal.CH) [Public domain], via Wikimedia Commons
Ausschnitt aus Karte von Friedrich Baader, 1827,
Grenze im Rhein zwischen Basel und dem Grossherzogtum Baden beim
Birsfeld, Bader, in der Hard und am Hornberg, Hornfelsen, Grenzach, Kleinbasel, Muttenz (Birsfeld), Rothaus
Staatsarchiv Basel-Landschaft
Karte von Friedrich Baader, 1827, Grenze im Rhein zwischen Basel und dem Grossherzogtum Baden beim
Birsfeld, Bader, in der Hard und am Hornberg, Hornfelsen, Grenzach, Kleinbasel, Muttenz (Birsfeld), Rothaus
Staatsarchiv Basel-Landschaft

Bann von Muttenz, Section C, Hard, Roth-Haus und Au, Jacob Siegfried, 1830-1840
Quelle: Ortsmuseen Muttenz
zur grossen Karte

 

Strassenteerung der Kantonsstrasse 19.08.1907, Rathaus-Schweizerhall,
Behandlung der Strasse mit Apokonin
Staatsarchiv Baselland VR 3317


Rothaus um 1913
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Plan, der beim Verkauf des Rothusareales dem Ratschlag der Bürgergemeinde Basel 1917 beigelegt war
Novartis AG, Basel, mit freundlicher Genehmigung des Firmenarchivs der Novartis AG Basel


Rothausgut um 1920
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Rothaus um 1950?
Theodor Strübin, Archäologie und Museum Baselland,
Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0
Rothaus um 1950?
Theodor Strübin, Archäologie und Museum Baselland,
Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0


Rothaushof 1971
Hans-Rudolf Gerber , Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0


Fahrnis-Gant bei Hans Gerber-Balsiger, 1971.
Die ganze Habe des Rothaus-Guets wird versteigert. Rechts hinter der Kuh: Ernst Schmid, Gemeindeverwalter als Gantmeister; rechts daneben mit Hut Traugott Schenk, Gemeindesekretär als Schreiber
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0


Abbruch Rothaus 1973
Hans Imbeck-Kobi, Muttenz,
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Schweizerhalle Ausschnitt 23.6.1964
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv /
Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_F64-03047 /
CC BY-SA 4.0 
Schweizerhalle 23.6.1964
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv /
Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_F64-03047 /
CC BY-SA 4.0 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 Vergleich ursprüngliche Lage des Rothausgutes mit Luftbilder von 1946 und heute

Zeitreihe Luftbilder

1934
swisstopo, map.geoadmin.ch
zum hochauflösenden Luftbild

1946
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1953
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1970
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1982
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2004
swisstopo, map.geoadmin.chzum hochauflösenden Luftbild
   
   
   

 

 

 


 

Kaufverträge Rothausgut 1840-1918, erstellt von Jakob Eglin als Beilage zu seiner Abhandlung betr. Rothausgut vom 28. Februar 1918

Kaufverträge Liegenschaft Solbad 1857-1918, erstellt von Jakob Eglin als Beilage zu seiner Abhandlung betr. Rothausgut vom 28. Februar 1918