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Die Entwicklung der basellandschaftlichen Anlagen
Die Kriegszeiten hemmten eine rasche Entwicklung der Umschlagsmengen bis 1950. Im November 1950 begannen die Bauarbeiten am Kraftwerk Birsfelden und an der Schleusenanlage. Vier Jahre später, am 12. November 1954, konnte die Schleusenanlage in Betrieb genommen werden. Die Anlagen in den basellandschaftlichen Rheinhäfen wurden zügig und kontinuierlich ausgebaut. Die Umschlags- und Lagerkapazitäten wurden den jeweiligen Verkehrsbedürfnissen angepasst.

Schon Anfang der Fünfziger Jahre hatte man eine rasante  Zunahme des Konsums an flüssigen Treib- und Brennstoffen erkannt. Weite Teile des Auhafens wurden deshalb für Tanklagerfirmen bereitgestellt. Neben zahlreichen Tankbauten wurden auch Lagerhäuser, Umschlagshallen, Getreidesilos, Umschlagsbrücken, Krananlagen und Kohlebrech- und Siebwerke gebaut. Durch die starke Entwicklung des schweizerischen Rheinverkehrs und das Vorhandensein von leistungsfähigen Umschlagseinrichtungen wurden nach 1950 neben festen und flüssigen Brenn- und Treibstoffen auch andere Güter wie Getreide, Zucker, Kaffee, Holz, Eisen, chemische Erzeugnisse usw. umgeschlagen und gelagert. Bis im Jahre 1956 waren in den beiden Rheinhäfen alle Zufahrts- und Werkstrassen fertiggestellt. Auch die Bahnanlagen passte man kontinuierlich an die Bedürfnisse an. Zur Erleichterung des Gütertransports wurde ein Hafenbahnhof gebaut, der mit dem Güterbahnhof
Muttenz verbunden war (Hafenbahn).

Auhafen 1954, zum hochauflösenden Luftbild

Der eigentliche Aufschwung stellte sich nach 1950 ein. Mit dem Bau des Kraftwerks Birsfelden und der Austiefung der Fahrrinne zwischen der Johanniterbrücke und dem unteren Vorhafen der Schleuse wurden die Verhältnisse für die Schifffahrt wesentlich verbessert. Der Umschlag entwickelte sich in dieser Phase beeindruckend. 1955 wurde erstmals ein Jahresumschlag von über einer Million Tonnen erreicht. Bis im Jahre 1960 hatte er sich bereits verdoppelt. 1965 betrug er über vier Millionen Tonnen, 1977 wurden 5,5 Millionen erreicht. Seit den 1970er-Jahren aber verlangsamte sich die Umschlagszunahme. Durch die Entwicklung der Technik wurden im Laufe der Jahre verschiedene Güter substituiert. Bei einigen bildete sich der Umschlag bis zur Bedeutungslosigkeit zurück oder sie verschwanden sogar ganz aus der Verkehrsstatistik. Es wurden aber auch neue Tätigkeiten, die ihrerseits einen Umschlag erforderten, aufgenommen. Am Anfang wurden hauptsächlich feste Brennstoffe, flüssige Treibund Brennstoffe sowie Chemikalien importiert. 1955 betrug ihr Anteil am Gesamtumschlag insgesamt 83 %. Auch heute hat diese Warengruppe noch den grössten Anteil am Umschlag, jedoch einen kleineren als früher. Feste Brennstoffe wurden nach 1960 immer mehr durch flüssige fossile Energieträger ersetzt.

Als neue Geschäfte wurde in den frühen 1960er-Jahren der Umschlag, die Zwischenlagerung und der Transport von Aluminiumoxyd (auch Tonerde genannt) aufgenommen, das in den schweizerischen Aluminiumwerken zum festen Werkstoff  verarbeitet wurde. 1983 wurde in den basellandschaftlichen Rheinhäfen erstmals Dünger umgeschlagen. Die Abfuhren aus den Rheinhäfen hielten sich immer in bescheidenem Rahmen.