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Die Fähre als Lehen der Grenzacher Fischer

Wie wir oben gesehen haben, geben im Jahre 1736 "die Fischer zu Grenzach ... vom fahrt zu BertIingen" Zins. Somit besass also nicht mehr die Fischerfamilie Wetzel das Lehe allein, sondern die Grenzacher Fischerzunft, welche zur sogenannten "Rheingenossenschaft" gehörte. Diese etwa 1490 entstandene Fischergesellschaft umfasste die vorderösterreichischen Rheinorte zwischen Säckingen und Grenzach, und diesen Fischern hat Kaiser Maximilian I. im Jahre 1559 die Fischerei als Erblehen verliehen. 14

Wer hat nun zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert in Grenzach zu dieser Fischerzunft gehört? Im Grenzacher Ortssippenbuch wird neben dem Geschlecht der Wetzel 1646 erstmals ein Ulrich Heyland, Fischer aus Weisweil erwähnt, der damals Anna Lüdin aus Grenzach geheiratet hat. Ihr 1660 geborener jüngster Sohn Fritz wurde bei seiner Heirat im Jahr 1688 auch als Fischer bezeichnet. Dieser ist 1721 im Rhein ertrunken. doch sein Enkel Hans Jakob Heyland übte bei seiner Vermählung im Jahre 1759 ebenfalls diesen Beruf aus. 15

Der 1698 geborene Jacob GuhI wird bei seinem Tode im Jahre 1770 als "der Älter Fischer und Schäfer" 16 bezeichnet, so dass er wohl auch zur Fischerzunft gehört hat. 1786 heiratete der 1762 in Märkt geborene Friedrich Grether Anna Maria Kammüller aus Kandern. Bei seiner Hochzeit war der Bräutigam "Bürger in Märkt, Beisitzer und Schiffer in Grenzach". Der Vater dieses ersten Grenzacher Grether-Fischers ist ebenfalls schon Rheinschiffer in Märkt gewesen.

Die Söhne Friedrich Grethers, Jakob Friedrich und Johann Georg, werden 1821 bzw. 1831 "Bürger und Rheinschiffer" genannt. während des Sohn Friedrich Grethers, der ebenfalls Jakob Friedrich hiess 1890 als "Fischer" bezeichnet wird. 17

Im Jahre 1826 führt erstmals ein Angehöriger des seit etwa 1530 in Grenzach beheimateten Geschlechts der Haberer, nämlich der 1975 geborene Konrad Haberer, bei seiner Heirat die Berufsbezeichnung "Fischer- und Schiffermeister". Auch sein 1827 geborener und 1859 im Rhein ertrunkener Sohn Ludwig wird bei seiner Vermählung im Jahr 1858 als "Bürger, Landwirt und Rheinschiffer" bezeichnet, während sein anderer Sohn Friedrich (1850-88) im Jahr 1881 "Landwirt, Fischer und Schiffer" gewesen ist. 18

Da der Fischer Hans Jacob Heyland 1763 ohne männliche Nachkommen verstarb und auch aus dem Geschlecht der Guhl nur der 1770 verstorbene Jakob Guhl als "Fischer bezeichnet wird, gehörten nachher nur die Wetzel, Grether und Haberer zur Rheinzunft. Aus dieser schieden dann 1857 die Wetzel aus, als der "Fischer und Schiffmann" Jakob Friedrich Wetzel nach Südamerika auswanderte. 19 Bei der Beschreibung der wechselvollen Geschichte der Grenzacher Fähre werden wir es deshalb nach der Mitte des 19. Jahrhunderts nur noch mit den Geschlechtern Grether und Haberer zu tun haben, bis dann am Ende des Jahrhunderts noch der Name Kiefer auftaucht.

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Diese Datei herunterladen (FaehreGrenzach-Muttenz_001.pdf)Die Rheinfähre zwischen Grenzach und MuttenzErhard Richter in Jahresheft Verein für Heimatgeschichte, Bd. 7, Grenzach, 1989, S. 25-3521740 kB