Personenbahnhof
Der Personenbahnhof wurde 1854 eröffnet. Zur selben Zeit wurde das erste Bahnhofgebäude erbaut, welches damals am Ende der alten Bahnhofstrasse
stand. Die Elektrifizierung der Linie Basel – Olten erfolgte 1924.

Bis weit ins 20. Jh. besassen die Industrieanschlüsse der Bahn für das Gewerbe grosse Bedeutung. Heute sind diese Anschlüsse nicht mehr gefragt, da Lastwagen die Funktion der Feinverteilung übernommen haben.

1993 wurde ein 3. Gleis für den Durchgangsverkehr Basel-Pratteln-Olten/Rheinfelden gebaut. Seit 1997 hält die Regio-S-Bahn S1 (Mulhouse-Laufenburg/Frick) und S3 (Delémont/Porrentruy-Olten) in Muttenz. Die Zahl der haltenden Züge ist dadurch
stark gestiegen (1902: 39, 1992: 91, 2008: 175). Richtung Basel fährt viertelstündlich ein Zug.

Der 5,3 km lange Adlertunnel (1992–2000) ist Teil der rund 7,1 km langen NEAT-Strecke Muttenz-Liestal. Er wurde gebaut, um die Verkehrsstränge zu entflechten, die Kapazität zu steigern und die Fahrzeit Basel – Olten zu verkürzen.

Seit der Bahnhof von Basel aus ferngesteuert wird, änderte er in den letzten Jahren seine Funktion.Seit 2002 existiert noch ein um ein Reisebüro erweiterter SBB-Kundenschalter und ein AVEC-Shop.

Der Rangierbahnhof
Der Rangierbahnhof ist ein Zweirichtungsbahnhof. 1920 –32 wurde Basel 1 für den N-S-Verkehr und 1962 – 76 Basel 2 für den S-N-Verkehr gebaut. Damit gilt Muttenz als der grösste Rangierbahnhof der Schweiz von internationaler Bedeutung. Im flächenmässig gleich grossen Rangierbahnhof Limmattal werden heute jedoch mehr Wagen rangiert. In Muttenz werden jährlich rund 600 000 Wagen bewegt, 20% davon sind Gefahrgutwagen. Rund 60 000 Güterzüge/Jahr fahren durch den Rangierbahnhof. Es bestehen somit beachtliche Risiken für Personen und Umwelt. Die SBB planen bis 2012 Sicherheitsmassnahmen, wie die Modernisierung mit gestraffter Gleisanlage von Basel 1, leisere Bremsanlagen, zusätzlichen Lärmschutzwänden sowie separater Entwässerung in
ein zu erstellendes Versickerungsbecken.

Das 1931 gegenüber dem Bahnhof erbaute Dienstgebäude (Alfred Ramseyer, Sektionschef SBB) gilt als frühmoderner Bau, der als Büro-, Wohn- und Kantinengebäude dient. Typisch sind der prägnante Uhrturm und die vorspringenden Treppenhäuser auf den Stirnseiten. Das Stellwerk West steht für die 2. Ausbauetappe. Das Sichtbackstein-Hochhaus besitzt einen herauskragenden Kommandoraum.