In der Mitte des 20. Jh.s war Wachstum in jeder Beziehung angesagt. Die Bevölkerungszahl verdoppelte sich von 1950 bis 1970, entsprechend wurde
viel gebaut.

So realisierte man in Muttenz im Osten, Norden und Westen Überbauungen mit Hochhäusern. Solche von Hochhäusern dominierte Gesamtüberbauungen versprachen in den 60er Jahren eine Lösung, das überbordende Wachstum zu bewältigen und mit den knapper werdenden Landreserven besser umzugehen. Ausserdem hatten die Hochhäuser eine symbolische Bedeutung: die weithin sichtbaren Bauten legten Zeugnis ab für Modernität.

Zu jener Zeit gewann die Ortsplanung in Muttenz einen immer wichtigeren Stellenwert. Einerseits wollte man den Dorfkern mit seinen charakteristischen Bauernhäusern erhalten. Andererseits sah man Muttenz als städtische Landschaft. Die Hochhäuser am Rande von Muttenz sollten Stadttore zur Siedlung darstellen. Allerdings blieb das wichtigste Einfahrtstor bei St. Jakob bisher ohne Hochhaus.

Typisch sind für diese Überbauungen die dazwischen liegenden grossen Grünflächen, Spielwiesen und Spielplätze, die als Begegnungsfläche oder zur Erholung dienen sollten. Für den Individualverkehr wurden Parkplätze und unterirdische
Garagen gebaut.

Als erste Gesamtüberbauung Richtung Pratteln entstand 1962 die Siedlung Kilchmatt mit vier Hochhäusern für 189 Wohnungen, einem Mehrfamilienhaus und 45 Reiheneinfamilienhäusern (Burckhardt Architekten im Auftrag von Geigy
Werke AG). Dazu gehören ein Wohnheim, eine Cafeteria und ein Doppelkindergarten.

Im Norden von Muttenz, an der Bahnlinie Basel–Olten, wurden 1963/65 drei weitere Hochhäuser «Birshöhe» (Architekt Walter Senn) von der SBB für ihre Mitarbeiter erbaut –2006/07 wurden sie saniert.

Zuletzt wurde im Westen die Gesamtüberbauung Unterwart erstellt. Ciba Geigy/Novartis, Basler Pensionskasse und COOP bauten 1974 drei Hochhäuser und sechs weitere Wohnblöcke. Einige davon sind in der Zwischenzeit in den Besitz von Immobilienfirmen übergegangen.

Damals wollten die Planer auch die «Shopping-Meile» Dorfkirche – Warteckkreisel bis zum Bahnhof verlängern. Dies sollte durch die Blickfangpunkte Dorfkirche, Hochhaus Kreisel und Hochhaus beim Bahnhof betont werden.