Die Dorfkirche von Muttenz ist die einzige Kirchenanlage der Schweiz, die von einer vollständig erhaltenen Wehrmauer umgeben ist. Pfarrkirche und Dorf gehörten einst dem Domstift von Strassburg, deshalb ist die Kirche dem Strassburger Heiligen St. Arbogast geweiht.

Anfang des 14. Jh. gelangten Kirche und Dorf in den Zuständigkeitsbereich der Münch von Münchenstein. Diese waren nach dem grossen Erdbeben von Basel (1356), das auch Teile der Muttenzer Kirche zerstörte, für den Wiederaufbau verantwortlich. Unter ihrer Herrschaft wurde um 1420 auch die Wehrmauer errichtet. Sie war in kriegerischen Zeiten als Schutz für die Bevölkerung gedacht anstelle der Burgen auf dem Wartenberg. 1470 verpfändeten die Münch Dorf und Kirche an die Stadt Basel. Betreut wurde die Kirche vom Petersstift, das 1507 den grossartigen Freskenzyklus und die geschnitzte Holzdecke anbringen liess.

Nach der Reformation (1529) wurden sämtliche Malereien in der Kirche übertüncht. 1515 erwarb Basel Muttenz. Danach teilte das Dorf das Schicksal der Stadt bis zur Kantonstrennung 1833.

Innen:
Der älteste Teil der Kirche, der romanische Vorchor, stammt aus der Zeit um 1200. Das Gewölbe und die übrigen Bauteile entstanden in der Zeit nach dem Erdbeben (2. Hälfte 14. Jh.). Zuständig für den Wiederaufbau war die Familie Münch-Löwenberg, deren Wappen im Triumphbogen zu sehen ist. Die Malereien wurden bei der Restaurierung 1974 wieder hervorgeholt. Im Vorchor Evangelisten-Medaillon (Anfang 14. Jh.), Arbogast-Legende (Mitte 15. Jh.). Im Schiff: N-Wand: Passion (1507), Auferstehungsnische (Mitte 15. Jh.), S-Wand: Marienleben und Apostel mit Glaubensbekenntnis (1507), W-Wand: Jüngstes Gericht (im 19. Jh. vom Muttenzer Künstler Karl Jauslin restauriert d.h. genau übermalt).

Beinhaus (1513)
Fassade: hl. Christophorus, hl. Michael und Schutzmantelmadonna.
Innen: Jüngstes Gericht, hl. Michael, Legende der dankbaren Toten.

Im Kirchhof findet sich eine Sammlung von Grenzsteinen, die nach der Feldregulierung Anfang des 20. Jh. durch Jakob Eglin zusammengetragen und an diesem stimmungsvollen Ort aufgestellt wurden.

Grenzsteinsammlung mit Wappen verschiedener Besitzer von Ländereien in Muttenz