Die Heimatkunde Muttenz gibt es auch im Internet und kann so stets aktualisiert werden

Von Tobias Gfeller

Muttenz. Ein Heimatkunde-Buch einer Gemeinde beruht auf Vergangenem und ist teilweise bereits nach wenigen Monaten nach Erscheinen überholt. Nicht so in Muttenz: Denn dort gibt es
die Heimatkunde auch elektronisch im Internet abrufbar. Dafür verantwortlich sind Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier. Sie verfassten im Auftrag der Gemeinde Muttenz 2009 die Heimatkunde in Buch- und CD-Form.
«Als wir das Buch machten, waren wir der Meinung, dass die Heimatkunde auch an die modernen Medien angepasst werden sollte», sagt Hanspeter Meier. Eine umfangreiche Online-Version
der Heimatkunde auf privater Ebene wollte die Gemeinde allerdings nicht unterstützen. Deshalb entstand das Projekt ganz aus privater Initiative. «Es wäre unbefriedigend gewesen, nach dem Buch einfach so aufzuhören», findet Liebendörfer, «alles verändert sich heute so rasch.»
Vielseitige Themen
Eine im Internet abrufbare Heimatkunde, die stets auf dem neuesten Stand ist, kennt keine andere Gemeinde in der Region Basel. Die Erwartungen der Leute an eine Heimatkunde seien sehr unterschiedlich. So weiss Liebendörfer aus Erfahrung, dass «die einen vor dem Kamin schöne Fotos in Buchform anschauen wollen, andere wiederum möchten vor allem Aktuelles erfahren.» Genau da liege die Stärke der Online-Heimatkunde. So sind beispielsweise die neuesten archäologischen Funde, der Architekturpreis der Gemeinde, Aktuelles über das Entwicklungsgebiet Polyfeld oder der Umzug der Rennbahnklinik auf www.heimatkunde-muttenz.ch zu finden. Auch Teile der gedruckten Version der Heimatkunde sind online abrufbar.
Diese sollen anregen, das Buch in Papierform zu lesen.

Für Neuzuzüger und Schulen
Besonders attraktiv ist die Online-Heimatkunde für Neuzuzüger oder für Leute, die mit Muttenz als neuem Wohnort liebäugeln. Sie können die Gemeinde auf diesem Weg rasch und unkompliziert kennenlernen. Die Heimatkunde bietet nicht nur detaillierte Dokumentationen zu unterschiedlichen Themen, sondern auch eindrückliche Videofilme von Muttenz. Bewegte Bilder aus der Vogelperspektive zeigen den Dorfkern, die einzelnen Quartiere und das Industriegebiet. Historische Filme wie jener über den Erdrutsch von 1952 oder eine aktuelle Führung durch die bekannte Dorfkirche machen die Heimatkunde für ein breites Publikum interessant. Gegenüberstellungen von gestern und heute, wie jene der historischen Bauernhäuser, sind in dieser Form nur online möglich und zeigen die Möglichkeiten einer Heimatkunde in elektronischer Form deutlich auf.
Auch die Schulen benutzen die Online-Heimatkunde. Gerade Kinder und Jugendliche, die mit dem Internet aufwachsen, haben so einen einfacheren und schnelleren Zugang zur Geschichte von Muttenz. «Sie haben dadurch das Gefühl, sie werden von Muttenz abgeholt», ist Liebendörfer überzeugt. Unter der Rubrik «Muttenz für Kinder» gibt es Wanderungen mit Sagenwegen für jede Altersstufe, ein Quiz, aber auch eine Rittergeschichte für die ganz Kleinen.

Geballtes Know-how
Ohne die Beiträge von Kennern spezifischer Themen wären weder das Buch noch die Online-Heimatkunde in dieser Form möglich gewesen. Die beiden Macher vereinen eine geballte Ladung Know-how. Die Stadthistorikerin Helen Liebendörfer und der Geograf Hanspeter Meier, beide viele Jahre in der Geographisch-Ethnologischen Gesellschaft Basel tätig, versuchen ihr vielfältiges Wissen einfliessen zu lassen.
Helen Liebendörfer ist bekannt durch ihre Führungen durch die Stadt Basel und durch die Region. Bei der Muttenzer Online-Heimatkunde konzentriert sie sich vor allem auf die historischen Belange und die Kinderseiten. Und ohne Meiers Kenntnisse der Möglichkeiten des Internets wäre die Realisierung der Online-Version niemals möglich gewesen. Zudem hat er als Geograf ein breites Wissen über Entwicklung und Wandel von Landschaft und Siedlung.
Hanspeter Meier ist überzeugt, dass in der Online-Heimatkunde noch riesiges Potenzial steckt. «Wir ho!en, dass noch mehr Inputs von aussen an uns herangetragen werden. Gerade alte Fotos von Privatpersonen könnte man digitalisieren und so allen zugänglich machen. Das wäre eine grosse Aufwertung der Heimatkunde.»

BaZ vom 6.10.2012

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