Der am 30. Dezember 1893 gegründete Consumverein Muttenz führte schon einen ersten Verkaufsladen. Wo sich dieser Laden befand, ist umstritten. Aus der einen Sicht wurde der Laden zuerst in Miete im Haus an der Hauptstrasse 32 eingerichtet1. Andere Quellen reden vom Friedhofweg2. Sicher jedoch ist, dass am 15. November 1905 an der Hauptstrasse 32 im nun gekauften Wohnhaus ein Laden eingerichtet wurde. 1909 fusionierte der Konsumverein mit der Konsumgenossenschaft Birseck. Schliesslich ging im Dezember 1920 anlässlich der Fusion der gesamten Konsumgenossenschaft Birseck der Laden an den ACV beider Basel über.

Lage der COOP-ACV-Läden: Von vielen Quartierläden zum zentralen Einkaufszentrum. Ergänzend sind die Filialen von Migros und VOLG (ehem. Milchhüsli) eingetragen.

Mit der Siedlungsausdehnung v. a. Richtung Basel und Bahnhof entstanden zwischen 1920 und 1955 sechs weitere ACV-Filialen und ein Laden der Siedlungsgenossenschaft Freidorf. Trotz dieser Siedlungsentwicklung entschloss sich ACV in den 1950er-Jahren, das zentrale Geschäft an der Stelle des alten Warenladens an der Hauptstrasse zu errichten. Aus diesem Grund kaufte der ACV sämtliche Liegenschaften der Reihe 30 – 38. Durch Landabtausch mit der Einwohnergemeinde Muttenz wurde das Grundstück für den Neubau des ACV sowie des Feuerwehrmagazins der Gemeinde ermöglicht.

Das vom Muttenzer Architekten W. Röthlisberger zusammen mit dem ACV erarbeitete Projekt umfasste einen Selbstbedienungsladen, eine Metzgereifiliale, sowie einen Schuh- und Manufakturladen. Mit dem 1959 eröffneten Bau wollte man den Laden den neuen Bedürfnissen der gewachsenen Bevölkerung anpassen. Auch architektonisch wurde der Bau ans historische Dorfbild angepasst. So wurde durch die Staffelung der langen Baukörper und kleine Schaufenster versucht, den «kleinbürgerlichen Haus- und Strassencharakter» beizubehalten. Wohnungen in den Obergeschossen sollten ein «pulsierendes Leben – auch an Feiertagen» gewährleisten.3

1976 wurde der Selbstbedienungsladen unter Einbezug der Schuh- und Textilabteilung zu einem COOP Center umgewandelt. Im gleichen Jahr wurde das COOP Center Freidorf gebaut. Dieser Neu- und Umbau bedeutete das Ende für die übrigen COOP-Filialen. Sie wurden alle bis spätestens 1976 geschlossen.

Ende März 1998 wurden das COOP Super Center Muttenz-Dorf und das Hotel Baseltor eröffnet. Gleichzeitig wurde das alte COOP Center an der Hauptstrasse geschlossen. Der grosse alte Laden wurde in verschiedene in sich geschlossene Teilläden aufgeteilt. Jetzt findet man dort ein Café, ein Lebensmittelgeschäft, ein Schmuckgeschäft, ein Kleider- bzw. Textilgeschäft und Büros.

1 Allgemeiner Consumverein beider Basel: Aus der Geschichte des neuen ACV-Hauses in Muttenz, Basel, 1955, S. 19.
2 Bischoff, Karl: Vom «Consum-Lädeli» zum Coop Super Center Muttenz Dorf, in: Muttenzer Anzeiger vom 27. November 1998.
3 Werner Röthlisberger: Haus- und Siedlungsformen heute, in: Muttenz – Gesicht einer aufstrebenden Stadtsiedlung, 1968, S. 106.

Text: Hanspeter Meier, Muttenz zu Beginn des neuen Jahrtausends, S. 116-117