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Rheinfelderstrasse 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon 1842 wird das Gasthaus als Tavernenwirtschaft südlich der Landstrasse mit angebauter Metzgerei und Brennerei beschrieben. Die nahegelegenen Salinen waren Anlass, dass hier ein Hotel Solebad erbaut wurde. 1850 wird es zu einem eleganten Kurshaus mit 30 Betten und 12 Badezellen mit 24 Wannenbädern umgebaut.

In den 1870er- und 1880er-Jahren fuhr man mit Kutschen und Dampfern nach Schweizerhalle um hier zu Kuren und zu Baden.  Das Geschäft lief so gut, dass 1873 eine Dependence für das Hotel erbaut wurde, der heutige Gasthof Solbad (Rheinfelderstrasse 2).

Die Liegenschaft Hotel/Restaurant Soolbad gehörte im 19. Jh. vermutlich zum Besitz des Remigius Merian (Rothausgut). Jedenfalls war als Eigentümerin im Kaufvertrag von 1857 zwischen Remigius Merian und Christoph Knutty eine Frau Witwe Brüderlin, Schweizerhalle, als Anstösserin an das Rothausgut aufgeführt. Auch im Kaufvertrag von 1863 zwischen Remigius Merian und Daniel Meyer - Merian ist als Anstösser an das Rothausgut ein Emil Bürderlin aufgeführt.

Um 1900 setzte in der Schweiz das grosse Bädersterben ein und Schweizerhalle hatte den Kampf gegen das nahe Rheinfelden verloren. In der Folge ist durch konkursamtliche Steigerung vom 26. November 1900 die Liegenschaft Hotel/Restaurant Solbad von Wwe. Anna Maria Brüderlin-Nyffeler an die Brauerei zum Kardinal übergegangen.

Drei Monate späte, im Februar 1901, verkaufte die Brauerei zum Kardinal die Liegenschaft zum Preis von Fr. 202'000.- (Fr. 150'000.- für Liegenschaft und Fr. 52'000 für Inventar) an Hans Büsch-Mesmer, in Thusis, welcher die Liegenschaft drei Jahre später (1904) an die Hotel Solbad Schweizerhalle AG zum Preis von Fr. 224'000.- veräusserte. Die Hotel Solbad Schweizerhalle AG ging schnell Konkurs. Die Liegenschaft wurde 1905 an Ulrich Eglin - Krebs in Basel, zum Preis von Fr 180'000.- und weiter 1908 zum Preise von Fr. 141'000.- an die Immobilien-Genossenschaft Basel verkauft.

 

Schweizer Hotel-Revue 26.1.1907
http://doi.org/10.5169/seals-521740

Als Folge des Salzabbaus siedelten sich Chemieunternehmen an. Wegen Importschwierigkeiten von Schwefel- und Salzsäure im 1. Weltkrieg gründeten die Chem. Fabrik Schweizerhall, die spätere Ciba, Sandoz und Geigy und die Chemische Fabrik Uetikon 1917 die Säurefabrik. Diese übernahm zum Preise von Fr. 142'520.- die Liegenschaft und baute sie zu Dienstwohnungen um. Diese Bewohner wurden mit dem Übernamen «Sürihüsler» bezeichnet.

Vertragsangaben nach Manuskrip T. Schenk als Beilage zur Anhandlung von Jakob Eglin vom 26. Februar 1918 betr. das Rothausgut.

 28. Juli 1905, Postkarte der Firma Müller & Trüb, Aarau

28. Juli 1905, Postkarte der Firma Müller & Trüb, Aarau
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Als die Luft noch mild und rein war…

Als die Luft noch mild und rein war, wurde 1850 als erstes Solbad der Schweiz das Solbad Schweizerhalle erbaut

«… mit Kurgarten am Rhein, Bahnstation Pratteln-Schweizerhalle, an der von Basel nach Zürich führenden Landstrasse, eine Stunde von Basel entfernt und damit durch zwei schattige Spazierwege verbunden.

Zum persönlichen Verkehr nach Aussen kann man sich entweder der vom Eigentümer des Solbades gehaltenen Chaisen bedienen oder die Eisenbahn benützen. Eine Verbindung mit der badischen Eisenbahn Basel-Constant ist auch unmittelbar bei Schweizerhalle durch eine Drahtseilfähre über den Rhein, nahe der Station Wyhlen, hergestellt. – Die klimatischen Verhältnisse von Schweizerhalle sind durchaus günstig und mild und rein….»
Prospekt von E. Brüderlin, Badwirt, und rühmt die Kurstätte gleichzeitig als

«… einziges Bade-Etablissement, das den grossen Vortheil geniesst, mit der nahen Saline durch eine unterirdische Soole-Leitung verbunden zu sein. Die Soole fliesst somit direkt von den Quellen in die Badewannen, und steht daher der Kur-Anstalt stets ganz frisch und in immer genügender Quantität zur Verfügung. Die Pensionspreise von anno dazumal

  1. Classe Fr. 4.-
  2. Classe Fr. 3.-
    Logis von 1.- an
    gewöhnliches Bad Fr. -.60
  3. Jenseits der Strasse dehnt sich der wohlgepflegte, mit schattigen Ruheplätzen reichlich ausgestattete Garten, in welchem noch eine Dependance steht.»

aus Pratteler Anzeiger zur Sanierung der Gaststätte 1975

Aus dem Compendium Balneotherapie (Bäderheilkunde), Wien 1880

Hotel Solbad um 1900

Hotel Solbad um 1900
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Hotel Solbad um 1900

Hotel Solbad um 1900
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Datum unbekannt

Datum unbekannt
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Das alte, leerstehende Hotel Solbad 2019

Das alte, leerstehende Hotel Solbad 2019
Foto Hanspeter Meier

Der Gasthof Solbad, die ehemalige Dependence, 2019

Der Gasthof Solbad, die ehemalige Dependence, 2019
Foto Hanspeter Meier


 

Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Salon des Solbad, um 1900

Salon des Solbad, um 1900
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Grosser Saal im Solbad, um 1900

Grosser Saal im Solbad, um 1900
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0


Trinkhalle des Solbad, um 1900

Trinkhalle des Solbad, um 1900
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

„Lust- & Gartenhaus“ im Solbad-Garten, um 1900

„Lust- & Gartenhaus“ im Solbad-Garten, um 1900
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Solbad-Garten vom Rhein her gesehen, um 1900
Solbad-Garten vom Rhein her gesehen, um 1900
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Garten und Schiffstation, 2019

Garten und Schiffstation, 2019
Foto Hanspeter Meier


Kurpromenade am Rhein, um 1900

Kurpromenade am Rhein, um 1900
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

 

Anlegestelle des Solbads, um 1900

Anlegestelle des Solbads, um 1900
Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Schifflände Schweizerhalle, 17.04.1912

Schifflände Schweizerhalle, 17.04.1912
STABL, Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.


Zeichnung für das Projekt des Hotel Solbad, welches nie realisiert worden ist,

Zeichnung für das Projekt des Hotel Solbad, welches nie realisiert worden ist, um 1900, Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0

Kleine Chronik:

  1. Die Liegenschaft Rest. Solbad gehörte vermutlich zum Besitz des Remigius Merian.
    Jedenfalls war als Eigentümerin im Kaufvertrag vom 20. Sept. 1857 zwischen Remigius Merian und Christoph Knutty eine Frau Witwe Brüderlin, Schweizerhalle als Anstösserin an das Rothausgut aufgeführt.
    Auch im Kaufvertrag von 24. November 1863 zwischen Remigius Merian und Daniel Meyer - Merian ist als Anstösser an das Rothausgut ein Emil Bürderlin aufgeführt.

    Durch konkursamtliche Steigerung vom 26 . November 1900 ist die Liegenschaft Restaurant Solbad von Wwe. Anna Maria Brüderlin-Nyffeler an die
  2. Brauerei zum Kardinal übergegangen.
  3. Die Brauerei zum Kardinal hat die Liegenschaft am 5. Februar 1901 zum Preis von Fr. 202'000.- (Fr. 150'000.- für Liegenschaft und Fr. 52'000.- für Inventar) verkauft an Hans Büsch-Mesmer, in Thusis.
  4. Hans Büsch-Mesmer hat die Liegenschaft am 27. Februar 1904 verkauft an die Hotel Solbad Schweizerhalle AG zum Preis von Fr. 224'000.-
  5. Die Konkursverwaltung über das Hotel Solbad Schweizerhalle AG hat die Liegenschaft am 8. März 1905 verkauft an Ulrich Eglin - Krebs in Basel, zum Preis von Fr 180'000.-
  6. Ulrich Eglin - Krebs in Basel, Feldbergstrs. 46, hat die Liegenschaft am 30. Dezember 1908 zum Preise von Fr. 141'000.- verkauft an die Immobilien-Genossenschaft Basel.
  7. Die Immobilien-Genossenschaft Basel hat die Liegenschaft am 22. Januar 1917 weiter verkauft zum Preise von Fr. 142'520.- an die Säurefabrik Schweizerhall

Manuskrip T. Schenk als Beilage zur Abhandlung von Jakobn Eglin vom 26. Februar 1918 betr. das Rothausgut