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Erste Firmen in Muttenz
In Muttenz selber siedelten sich nur sehr zögerlich neue Firmen an. Durch die Bildung des Bahnknotens Pratteln war wohl der Bahnstandort Muttenz als Zwischenstation vorläufig noch wenig attraktiv. Eine der ältesten und eine heute noch tätige Firma ist eine Zementwarenfabrik. Die heutige Beton-Christen AG entstand nicht wegen des Bahnanschlusses, sondern wegen der reichen Sand- und Kiesvorkommen 1878 am Schänzli bei Muttenz. 1883 wurde die Firma als Kollektivgesellschaft ins Handelsregister eingetragen. Birskies wurde vorerst am Schänzli zur Herstellung von Produkten für Kanalisationen u. a. abgebaut. Später kamen Strassen- und Hochbauartikel dazu. 1942 wurde als Tochtergesellschaft die «Rheinsand und Kies AG» ins Handelsregister eingetragen. Diese baute nun neu auch im Holderstüdeli und im Hardacker Sande und Kies ab. Nach 1945 begann die Elementfertigung in der Produktion zu dominieren. Ende der 1960er-Jahre wurde der Garten- und Landschaftsbau vorherrschend. Die Beton Christen AG befindet sich bis heute in Familienbesitz und beschäftigt ca. 25 Mitarbeitende.

Nur wenig später, im Jahre 1881, eröffnete der Maurermeister Samuel Jourdan ein Baugeschäft an der Hauptstrasse 28. 1913 wurde dieses von seinen beiden Söhnen weitergeführt. Ab 1930 zeichnet Edmund Jourdan als alleiniger Gesellschafter. 1958 wurde die Firma in die Edmund Jourdan AG, Hoch- und Tiefbau-Unternehmung, umgewandelt und ins Handelsregister eingetragen. Seit den 1960er-Jahren besitzt sie die Büros an der Tramstrasse 3. Die Werkhöfe samt Kantine befinden sich an der Wildensteinerstrasse. Dank des guten Geschäftsganges konnte das Baugeschäft 1994 Zweigniederlassungen in Pratteln und Birsfelden errichten. 2008 beschäftigt die Firma um die 50 Mitarbeitende.

1887 eröffnete die damalige «Dachpappi», die Chemisch-Technischen Werke Muttenz an der Bahnlinie östlich des Bahnhofes ihren Betrieb. Und 1907 begann in deren Nachbarschaft die Firma Th. Haass AG mit der Fabrikation von Kartonage, Kisten, Obsthurden u. ä. Ein Jahr später, 1908, bezog die Gärtnerei Karl Dobler am Käppeliweg in Muttenz ihren zweiten Geschäftssitz. Bereits 1896 hatte Karl Dobler in Basel-St. Jakob an der Lehenmattstrasse seinen ersten Betrieb eröffnet. Von allem Anfang an war seine Spezialität die Züchtung und der Verkauf von einheimischen, aber auch exotischen Pflanzen.
Bald wurde es für ihn in Basel zu eng. Daher suchte und fand er in Muttenz ein besser geeignetes Grundstück. Im Jahr 1971 zügelte die Gärtnerei an den heutigen Standort an der Langjurtenstrasse. Zeitweilig beschränkte sich die Firma auf den Pflanzen-Grosshandel. 1996 wurde sie zur Regelung der Nachfolge in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Heute ist die Gärtnerei auch nach über 100 Jahren immer noch in Familienbesitz und beschäftigt 10 Mitarbeitende.

Die in den folgenden Kapiteln angegebenen «Gründungs- Jahrzahlen» beziehen sich, wo nichts anderes angegeben, auf den Eintrag im Handelsregister (Ragionenbuch). Ausbau der Gemeinde-Infrastruktur Die Gemeinde Muttenz schien anfangs des 20. Jahrhunderts mehr an sich selber zu denken als an den Ausbau von Gewerbe und Industrie. Hiefür bestand vermutlich auch keine gewerbliche Tradition aus dem 19. Jahrhundert. Zudem war die Vorherrschaft der Landwirtschaft durch die Lostrennung von Birsfelden sicher noch gefördert worden. Die Heimatkunde von 1968 nennt Muttenz bis zum Zweiten Weltkrieg industriefeindlich. Wir glauben eher, dass es eine Angst vor einer «Proletarisierung der Bevölkerung» war, welche ja schon 1875 bei der Lostrennung von Birsfelden eine Rolle gespielt hatte. Dies führte im damaligen Gemeinderat sicher auch zur zurückhaltenden Stimmung gegenüber jeglicher industriellen Entwicklung. Dafür unternahm dieser gleiche Gemeinderat einen zukunftsträchtigen Ausbau der Gemeindeinfrastruktur. Schon 1872 wurden die Teuchel (Wasserleitungen aus Holz) durch gusseiserne Leitungen ersetzt. 1876 richtete die Gemeinde eine allgemeine Beleuchtung mit Petrollampen ein. Ab 1889 konnte die Allgemeinheit im Bahnhof Muttenz einen Telegraphen benutzen. 1895 wurde die Wasserversorgung nochmals erneuert. Anstelle der gusseisernen Leitungen wurden die Häuser durch Hausleitungen direkt an die Wasserversorgung angeschlossen. In die gleiche Zeit fällt auch die Errichtung des ersten Reservoirs im Geispel. 1908 lieferte das Pumpwerk Birsland erstmals Grundwasser. 1898 wurde in der Gemeinde zudem die Elektrizität eingeführt. 1900 konnte das grosszügig gebaute Breite-Schulhaus eröffnet werden. Ab 1901 erneuerte eine länger dauernde Güterzusammenlegung das Wegnetz der Gemeinde und erleichterte auch die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Güter.