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Boom-Ende
Mit der 1973 einsetzenden Ölkrise – die OPEC-Staaten drosselten damals die Ölzufuhren in die Industrienationen auf ein nicht mehr erträgliches Mass – wurde auch für Muttenz der Nachkriegsboom gebrochen. Die Jahresteuerung stieg auf 12 %. 1975 brach dann die Konjunktur vollends ein und zeigte das endgültige Ende der Wachstumsperiode an. Das Bruttoinlandprodukt (BIP19) nahm um 1 % ab und die Arbeitslosigkeit stieg auf 7 %. Dass diese trotzdem relativ wenig spürbar war, verdankte sie ihrem «Export». Viele Arbeitslose waren Ausländer (Saisonniers!) und kehrten in ihre Heimat zurück. Dadurch wurden sie von der Arbeitslosenstatistik nicht erfasst. Der Bundesrat versuchte, durch Vermehrung der Geldmenge diese Rezession zu überwinden. 1976 senkte er die Zinssätze, um den Export wieder anzukurbeln. Nachdem der Schweizerfranken noch 1971 und 1972 (in den Boomjahren!) um insgesamt 14 % aufgewertet worden war, galt die Deutsche Mark 1978 sogar weniger als 80 Rappen und auch der Dollar musste gestützt werden. Bis 1980 konnte sich die Wirtschaft wieder etwas erholen. Die Inflation reduzierte sich auf 4 % und das BIP nahm jährlich wieder um 4 % zu

1 Die Zahlen in Klammern hinter den Quartieren geben jeweils die Anzahl Betriebe des Jahres 1955 an, die hinter den einzelnen Branchen die 2007 noch existierenden Firmen.
2 * Die entsprechende Zahl ist in der Statistik nicht vorhanden

aus: Muttenz zu Beginn des neuen Jahrtausends, 2009, S. 196-203, Autor: Dr. Heinz Polivka