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Betriebszählungen 1975 – 2005
Entgegen den stagnierenden Bevölkerungszahlen zeigen die Betriebszählungen ein dynamischeres Bild. Im Folgenden werden die Betriebszählungen von 1975 bis 2005 miteinander verglichen.


tab. 17: Betriebszählungen 1975 – 2005

  1975 1985 1995 2001 2005
Anzahl Betriebe 636 661 714 855 900
Anzahl Beschäftigte 10 644 11 992 13 669 14 538 14 072

Es scheint, dass mit etwas über 14 000 Arbeitsplätzen in den Muttenzer Industrie- und Gewerbearealen ein oberer Plafond erreicht wurde. Im Jahr 1975 waren durchschnittlich 16.7 Mitarbeiter in einem Betrieb beschäftigt, 1991 waren es 20.6 (Höchststand) und 2005 wieder etwa 15. Das weist in jüngster Zeit auf eine Tendenz von grösseren Firmen des II. Wirtschaftssektors (Schweizerhalle) zu mittleren und kleineren Unternehmen hin, wie wir sie mehrheitlich im Gewerbe und im Dienstleistungssektor finden. Die Tab. 18 bestätigt die Verlagerung zum Dienstleistungssektor hin.
Die endgültige Verlagerung vom II. auf den III. Wirtschaftssektor dürfte in Muttenz um 1991 erfolgt sein. In diesem Zähljahr wurde auch die bisher höchste Zahl (14 739) von in Muttenz Beschäftigten festgestellt. Im Kanton Basel-Landschaft erfolgte dieser Wechsel bereits 1985 (II. Sektor 48.3 %).
Die Entwicklung der Beschäftigungszahlen in den einzelnen Branchen zeigt sich in den Betriebszählungen von 1975 – 2005 wie in Tab. 19 und Tab. 20 dargestellt. Im II. Wirtschaftssektor erhöhten sich von 1975 – 2005 die Mitarbeiterzahlen einzig im Bereich Nahrungs- und Genussmittel (+125); sie stehen relativ starken Verminderungen in den traditionellen Bereichen von Metallen und Maschinen (-940), Chemie (-897), Holz (-188) und Baugewerbe (-105), also in mehrheitlich typischen Exportbranchen, gegenüber.

Tab.18: Beschäftigte im II. und III. Sektor, Prozentzahlen gerundet

  1975 1985 1995 2005
Anzahl Beschäftigte 10‘644 11‘992 14‘739 14‘072
Beschäftigte II. Sektor in % 68 63 48 37
Beschäftigte III. Sektor in % 31 36 51 63

Tab. 19: Beschäftigtenzahlen nach Branchen: Sektor II 1975/2005

II. Sektor 1975 1985 1995 2005
Nahrungs- und Genussmittel 108 144 125 233
Textilindustrie und Bekleidung, Schuhe 99 42 56 6
Holzverarbeitung 245 118 68 57
Chemische Produkte 3‘599 3‘841 3‘617 2‘702
Metalle & Maschinen, El. App. 1‘605 1‘499 1‘305 665
Papier, Graphik, Druck 217 212 230 200
Baugewerbe 827 618 918 718
Übriges 501 192 88 520

Tab. 20: Beschäftigtenzahlen nach Branchen: Sektor III 1975/2005

III. Sektor 1975 1985 1995 2005
Handel 805 767 2‘367 1‘915
Gastgewerbe 297 393 453 372
Verkehr, Transport, Spedition 1‘154 1‘491 1‘360 1‘845
Banken, Versicherungen 47 74 80 154
Unterricht, Forschung 318 347 989 1‘028
Gesundheits-, Sozialwesen 59 162 445 558
Grundstück-, Wohnungen, Dienstleistungen * * 1‘080 2‘704
Öffentliche Verwaltung 88 113 123 154
Sonstige öffentliche und persönliche Dienstleistungen 117 128 176 172

Das umgekehrte Bild finden wir im Dienstleistungssektor. Herausragend ist im Zeitraum von 1985–2005 die Zunahme der Mitarbeiterzahlen bei den allgemeinen Dienstleistungen (speziell Immobilien, IT, Beratungen).

Tab. 21: Entwicklung der Mitarbeiterzahlen 1985–2005

Branche Zunahme Mitarbeitende 1985 - 2005
allgemeinen Dienstleistungen (speziell Immobilien, IT, Beratungen) + 2‘704
Handel + 1‘110
Unterricht und Forschung +710
Verkehr, Transport + 691
Gesundheits- und Sozialwesen  + 449
Banken und Versicherungen  + 107

Die starke Zunahme im Bereich Unterricht/Forschung dürfte auch auf den Ausbau der Fachhochschule NWCH (FHNW) in Muttenz zurückzuführen sein. Die Zunahme beim Gesundheits- und Sozialwesen folgt einem allgemeinen Trend.