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Nachkriegszeit bis 1950
Nach dem Kriegsende zeigte sich in der Weltwirtschaft zwischen 1945 und 1950 allein schon durch den europäischen Wiederaufbau ein starker Nachholbedarf. Die Nachfrage und deren Deckung nahm in der Wirtschaft allerdings eine zyklisch wellenförmige Bewegung an. Die Demobilisierung der Armee in der Schweiz erzeugte somit keine Arbeitslosigkeit, da die hohe Nachfrage eine angespannte Beschäftigungslage erzeugte. Die Rationierung und Kontingentierung konnte sukzessive abgebaut werden, sodass 1947 der Vorkriegszustand der Wirtschaft wieder erreicht war. 1948 trat in der Schweiz die AHV in Kraft. In Deutschland wurde eine Währungsreform durchgeführt.
Allerdings führten im Herbst 1948 monetäre und Valutaprobleme zu einem Rückgang der Exporttätigkeit. Das hatte auch eine entsprechende Teuerung zur Folge: Der Teuerungsindex stieg im Zeitraum 1945– 1 948 von 209 auf 221.
Diese Nachkriegserholung zeigte sich zwischen 1945 und 1950 auch in Muttenz. Zu den bereits aufgezählten 30 Betrieben kamen in den ersten fünf Nachkriegsjahren 22 neue dazu. Allein im Jahre 1946 waren es deren sechs, darunter

  • die heute noch bestehenden Firmen Krieger, Metall- und Maschinenbau, und
  • Weber, Gleis- und Tiefbau, sowie
  • in Schweizerhalle die Firma Sandoz.

Die Gleisanlagen der Salinenbahn wurden von Geigy herkommend verlängert, nachdem Sandoz bereits 1946 mit dem Bau ihrer Produktionsanlagen begonnen hatte. Auch eine Zufahrtsstrasse nach Muttenz wurde neu erstellt. 1950 konnte die Produktion aufgenommen werden. 1951 erwarb Sandoz im östlichen Teil des Geigy-Areals die Fluorwerke von Geigy und benutzte sie neu als ihr «Werk Ost».
1947 zählte man in Muttenz erneut vier neue Betriebe, darunter die heute noch produzierende Ölmühle Florin, welche aus Märwil (TG) nach Muttenz übersiedelte. 1948 und 1949 erschienen je fünf neue Firmen im Ragionenbuch, darunter

  • die Rheintank AG als erster fester Betrieb im neuen Auhafen,
  • die Kunststeinfabrikation Marelli als erste im Freulerquartier,
  • die heute noch bestehende Buchdruckerei Hochuli im Bizenenquartier.

Auch mit diesen neuen Betrieben konnte Muttenz seine  bisherige Branchenvielfalt bewahren. Als Besonderheit muss die relativ grosse Anzahl von Automobil- und Strassentransportbetrieben hervorgehoben
werden:

  • Spedag (1928),
  • Bräm (1940) sowie
  • Blum, Meister und Stebler (alle 1950).

Der um 1950 beginnende Aufstieg des Automobiles als Transport- und individuelles Verkehrsmittel, aber auch als Status-Symbol zeigte sich damit auch in Muttenz deutlich.