Aus der Maturaarbeit von Jesse Schröer
Der Autor untersuchte 2025 die aktuelle Tiefe des Rothallenweihers mittels Echolot.
Messung
«Die Vermessung folgte dem bereits erprobten 1×1m-Raster. Zwei Teammitglieder positionierten sich an gegenüberliegenden Ufern; die metermarkierten Schnüre wurden straff gespannt, das Echolot mittig befestigt. Entlang der ersten Transekten (y-Richtung) wurde das Gerät in präzisen 1m-Schritten geführt: Auf Kommando zog die eine Seite bis zur nächsten Markierung ein, während die Gegenseite synchron ablaufen liess. An jeder vollen Marke erfolgte die Tiefenablesung. Das dritte Teammitglied übernahm die Protokollierung in eine Tabelle nach „Schiffe-versenken“-Logik (Spalten A, B, C, ... als x, Zeilen 1,2, 3, ... als y); gleichzeitig wurde der Live-Bildschirm des Echolots zur Plausibilitätskontrolle beobachtet. Nach Abschluss einer Linie wurde um exakt 1m seitlich versetzt und die nächste Linie in Gegenrichtung gemessen. Durch dieses alternierende „Hin-und-her“-Vorgehen blieb die
Rüstzeit minimal, und die Schnüre behielten eine gleichmässige Spannung. Bereits nach wenigen Linien stellte sich ein konstanter Arbeitsrhythmus ein (Ansage — Stopp — Notieren — Weiter). »
Ergebnis
«Das fertige 3D-Modell des Rothallenweihers erlaubt nicht nur eine visuelle Darstellung der Unterwasserform, sondern auch die Berechnung von grundlegenden morphometrischen Kennzahlen, also messbare Grössen zur Beschreibung der Form von Strukturen, in unserem Falle des Weihers. Besonders auffällig ist die geringe maximale Tiefe des Weihers, welche lediglich bei 1,9m liegt. Damit bestätigt sich, dass es sich heute um ein ausgesprochen flaches Gewässer handelt. Die Durchschnittstiefe liegt bei 1,03m, was zeigt, dass ein grosser Teil der Wasserfläche in sehr seichten Bereichen liegt.
Die gesamte Wasserfläche beläuft sich auf etwa 748m2, also 0,0748ha. Der Umfang der Uferlinie beträgt 99,6m, was zeigt, dass der Weiher trotz seiner vergleichsweise kleinen Fläche über eine ausgedehnte Uferzone verfügt. Das Wasservolumen lässt sich auf 648m3 berechnen.
Das Modell zeigt klar, dass es keinen sichtbaren Zufluss oder Abfluss gibt. Der Rothallenweiher ist somit ein abgeschlossenes Stillgewässer.
Zusammenfassend lassen sich die wichtigsten Kennzahlen wie folgt angeben:
• Maximale Tiefe: 1,9m
• Durchschnittliche Tiefe: 1,03m
• Wasserfläche: 748m2 / 0,0748 ha
• Umfang der Uferlinie: 99,6m
• Wasservolumen: 648m3
Schlussfolgerung
«Die Vermessung des Rothallenweihers hat gezeigt, dass es sich um ein sehr flaches Stillgewässer handelt, dessen maximale Tiefe aktuell nur noch 1,9 m beträgt. Die deutliche Abnahme seit der Sanierung von 1988 verdeutlicht, wie stark die natürliche Verlandung voranschreitet. Für den Naturschutz bedeutet dies, dass der Weiher zunehmend empfindlich auf ökologische Veränderungen reagiert. Mit dem kleiner werdenden Wasservolumen verstärken sich Temperatur- und Sauerstoffschwankungen, was direkte Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt haben kann. Gleichzeitig gewinnt die Röhrichtzone am Ufer an Bedeutung und bietet neue Lebensräume für spezialisierte Arten.»
Quelle: Jesse Schröer, Gymnasium Muttenz, Geheimnisse des Rothallenweihers - Eine bathymetrische Untersuchung, 13. Okzttober 2025
